Beiträge des Ideenwettbewerbs "Telematik" an der Universität Essen und der Hochschule der Künste Berlin. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Dieser Wettbewerb suchte moderne Visionen der Mobilität, innovative Perspektiven für eine medial-telematische Gesellschaft und Anwendungen für "fernwirkende Alleskönner". Gefunden wurden Lifestyle-Produkte, Emotional- und Ambient-Design-Objekte. In dem Buch werden die Preisträger, Anerkennungen und Beiträge dokumentiert. Umfassende Essays von Peter Weibel, Norbert Bolz, Jeannot Simmen sowie Paul Valery, Vilem Flusser, Erich Kästner (!) und weiteren Autoren beleuchten die Kultur-Geschichte der Telematik von der Antike bis zum utopischen Übermorgen.
Telematik? Das ist, wenn Menschen zu viel "Raumschiff Enterprise" gesehen oder "Daniel Düsentrieb" gelesen haben, erklärt Conrad Beckmann in seiner Besprechung eines Bandes, der einen Telematik-Wettbewerb dokumentieren soll. Viele der Beiträge kommen dem Rezensenten vor, als seien sie "direkt aus der Krankenstation der MS Enterprise zum Wettbewerb gebeamt" worden. Ein "Mind-Cluster", der den Gedanken-Transfer von Hirn zu Hirn erlaubt? Bitte, gern, meint Beckmann, fragt sich allerdings (und findet keine Antwort in dem Band), wie das funktionieren soll. Besser hat ihm da schon gefallen, wenn Autoren wie Christoph Asendorf sich dem Telematik-Begriff auf philosophische Weise nähern. Angesichts des "großen qualitativen Unterschieds" der Text- und Wettbewerbsbeiträge stellt sich ihm die Frage, "ob es sinnvoll ist, Künstlern die technologische Kompetenz der Entwicklung telematischer Medien zuzumuten". Die "menschelnde Technologie" der Beiträge aber möge selbst ihre "eigenen Anwendungsgebiete" finden.
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