Jean-Luc Hennig

Der Hintern

Geschichte eines markanten Körperteils
Cover: Der Hintern
vgs, Köln 1998
ISBN 9783802525728
gebunden, 231 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Sabine Lorenz und Felix Seewöster. Man kann nicht sagen, daß er zu wenig Beachtung findet: Er hat erotische Signalwirkung, er bekommt schon mal einen zärtlichen Klaps oder einen kräftigen Tritt. Und er ist eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für Beschimpfungen: Die Rede ist von einem unserer wichtigsten Körperteile - dem Hintern. Seine Präsenz ist unverkennbar, und doch sind die markanten Rundungen bislang nie Objekt einer genaueren Betrachtung gewesen. Jean-Luc Hennig befasst sich in der vorliegenden Kulturgeschichte mit dem Po unter den verschiedensten Aspekten und entfaltet dabei ein breites Spektrum, das vom Hintern als Sujet der Literatur und Kunst über seine Rolle in der Biologie bis hin zu seiner Bedeutung für die Psychologie reicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2000

Ulrich Holbein, der hier in einer Sammelrezension Jean-Luc Hennigs "Der Hintern" und Jonathan Coles "Über das Gesicht" bespricht, zeigt sich erfreut, dass nun Bücher über derart unterschiedliche Körperteile vorliegen. In seiner eingehenden Besprechung vergleicht er Coles und Hennigs Untersuchungen, wobei Hennig eindeutig besser wegkommt. "Der Hintern" sei individuell und dazu "süffig, farbig, gewandt, elegant, ulkig" geschrieben. Zuweilen steigere sich der Autor ins "Aphorismusfähige", schwärmt Holbein. Dafür vergibt der Rezensent Hennig manche Plattitüde und attestiert ihm, dass er aus einem an sich wenig ergiebigen Gegenstand sehr viel herausgeholt hat. Cole dagegen wird sein "Sekundär-Jargon" vorgehalten, der das interessante Thema zu trocken abhandelt. Deutlich seien ihm seine "Lehrjahre mit Schul- und Hausaufsätzen" anzumerken. Mitunter streife das Buch im Ton sogar den Trivialroman, bemerkt Holbein abschätzig. Trotzdem seien auch in diesem Buch eine Fülle von erstaunlichen Fakten zu finden, was zu "jenem Rückenrieseln, ja: dem heiligen Schauder" führt, den sich der Rezensent offenbar erhofft hat.
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