6 CDs, 350 Minuten Laufzeit. Gelesen von Jean Amery. Herausgegeben und eingeleitet von Hanjo Kesting. Der Maler Lefeu lebt in einem verfallenden Pariser Atelier, das abgerissen werden soll, um modernen Großbauten zu weichen. Lefeu, der deutschjüdische Emigrant und Widerstandskämpfer, entzieht sich dem "Glanz-Verfall" der Moderne. Ein kritischer Roman-Essay von 1974 in einer Lesung des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2008
Euphorisch ist Jürg Altwegg nicht. Mit eher philologisch-distanziertem Interesse bespricht er diesen "Schlüsselromanversuch" von Jean Amery, den der Autor über sechs Stunden selbst eingesprochen hat. Als "hörenswerten" Beitrag zur gegenwärtigen Renaissance des österreichischen Schriftstellers ordnet Altwegg das Unterfangen ein. Sein positiver Eindruck rührt zum einen daher, dass Amery offenbar ein durchaus passabler Sprecher gewesen ist. Zum anderen wurzelt die Anerkennung im Buch selbst, im Künstlerroman um den Maler Lefeu, der zwar um ein paar Klischees nicht herumkomme, aber offenbar unter den besseren Vertretern des Genres einzureihen ist. Auffallend, aber nicht irritierend ist für Altwegg zudem die Beobachtung, wie sehr das Buch doch vom Zeitgeist der Sechziger durchzogen ist.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…