Jaroslav Hasek

Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg

Roman
Cover: Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg
Reclam Verlag, Stuttgart 2014
ISBN 9783150109694
Gebunden, 1008 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Neuübersetzung, Kommentar und Nachwort von Antonín Brousek. Mit dem Essay "Zum Švejk: Eine Pilgerreise böhmischer Art" von Jaroslav Rudiš. Wer kennt ihn nicht, den um keine Ausrede verlegenen guten Soldaten Josef Švejk, der seine Vorgesetzten zur Raserei brachte, sich aber mit seinem treuen Blick und seinen skurrilen Geschichten jedes Mal vor der drohenden Bestrafung rettete? In Tschechien gehört der "Švejk" zum Nationalerbe; in Zeiten der Okkupation war er ein Widerstandsbuch -über die Rolle, die das Buch für die Tschechen spielt, informiert Jaroslav Rudiš' sehr persönliche Nachbemerkung. Bei uns hat er sich vor allem durch die Verfilmungen mit Heinz Rühmann oder Fritz Muliar oder die Zeichnungen von Josef Lada auch bildlich ins Gedächtnis eingeprägt.
Ins Deutsche übersetzt wurde der Text bisher aber erst einmal: von Grete Reiner, die in den 1920er Jahren mit ihrem "Böhmakeln" gleich eine eigene Sprachform für Švejk schuf. Doch Švejk spricht im Original sauberes Umgangs-Tschechisch, eine Sprache, die sich keineswegs durch grammatikalische Unkorrektheiten auszeichnet. Es war also durchaus an der Zeit, eine neue Übersetzung vorzulegen, die auf diese heute zu komödiantisch wirkenden, k.u.k.-tümelnden Elemente verzichtet und dem Roman so seine Modernität wiedergibt. Auf diese Weise entschlackt, erweist sich dieser große Roman 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges als erschreckend zeitgemäß in seiner Aufdeckung von Behördenwillkür, Selbstüberheblichkeit der Militärs, Obrigkeitshörigkeit und Dummheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2014

Ein "witzigeres, respektloseres, schwärzeres, subversiveres" Buch über den ersten Weltkrieg gibt es nicht, versichert Rezensent Christoph Bartmann und ist entsprechend erfreut, dass Jaroslav Haseks "Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg" fast 90 Jahre nach der ersten Übersetzung erneut auf Deutsch vorliegt. Der Kritiker ist äußerst zufrieden mit der schnörkellosen, modernen Übersetzung durch Antonin Brousek und begibt sich somit einmal mehr begeistert mit dem schwatzhaft-dummen Svejk durch die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs. Auf wunderbare Weise führe Hasek so die Absurdität des Krieges vor Augen, schreibt Bartmann, der glaubt, dass dieses brillante und unbeschönigend geschriebene Buch einen weiteren Weltkrieg eigentlich hätte verhindern müssen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014

Rezensent Dirk Schümer kann das Buch gar nicht oft genug loben. Als großartiges Mahnmal des Humanismus und Triumph der Literatur über das Leben bezeichnet er es, als nationales Volksbuch eines Autors, der bei allem Suff doch klar genug blickte, um den Krieg zum Teufel zu schicken, doch nicht ohne zuvor seinen ganzen Wahnsinn und die Stumpfheit seiner Akteure lakonisch und vor allem genau zu beschreiben. Für Schümer allerdings wird das alles erst mit der neuen Fassung von Antonín Brousek deutlich, da der Übersetzer nicht nur die immense Vulgarität des Originals wiedergibt, sondern auch das dumpfe Radebrechen deutschsprachiger Offiziere. Brouseks moderner, umgangssprachlicher Ton hat Schümer mitgerissen und ihm ein für allemal klargemacht: Jaroslav Haseks "Svejk" ist ein Schlüsselwerk des letzten Jahrhunderts und der Autor ein Verwandter Kafkas.
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