Aus dem Englischen von Catrin Frischer. Am Anfang sind Jude und ihr Zwillingsbruder Noah unzertrennlich. Noah malt ununterbrochen und verliebt sich Hals über Kopf in den neuen, faszinierenden Jungen von nebenan, während Draufgängerin Jude knallroten Lippenstift entdeckt, in ihrer Freizeit Kopfsprünge von den Klippen macht und für zwei redet. Ein paar Jahre später sprechen die Zwillinge kaum ein Wort miteinander. Etwas ist passiert, das die beiden auf unterschiedliche Art verändert und ihre Welt zerstört hat. Doch dann trifft Jude einen wilden, unwiderstehlichen Jungen und einen geheimnisvollen, charismatischen Künstler ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensentin Katharina Laszlo lernt, sich vorzustellen, jemand anderes zu sein mit Jandy Nelsons Jugendroman. Wie sich der 13-jährige Noah fühlt, indem er sich, der Malerei, Insekten und Jungs mag, mit seiner "normaleren" Zwillingsschwester vergleicht, kann Laszlo gut nachvollziehen. Schon, da Nelson den Text als zwei sich abwechselnde Zeitebenen mit je anderer Erzählstimme anlegt, wie die Rezensentin erklärt. Dass sich dem auf die Spitze getriebenen Identitätskonflikt im Buch noch weitere zugesellen, die Trennung der Eltern, der Tod der Mutter, lässt den Roman laut Laszlo zwar zunehmend klaustrophobisch werden, doch am Ende steht laut Rezensentin nichts weniger als ein weises Plädoyer für eine komplexe Welt und dafür, uns öfter mal fremd zu werden.
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