Jan Kuhlbrodt

Das Modell

Roman
Cover: Das Modell
Edition Nautilus, Hamburg 2016
ISBN 9783960540144
Gebunden, 112 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Hat Schroth seinen Freund Thilo getötet? "Nicht gleich übertreiben, hätte Thilo gesagt, wenn er sich so liegen gesehen hätte, dort, unter seiner Skulptur in einer eher unnatürlichen Haltung. Er hätte, wenn er sich so liegen gesehen hätte, selbst nicht gewusst, ob er noch lebte oder nur eine Haltung angenommen hatte, die an Leben erinnert, wenn auch vergehendes, die Leben letztlich nur imitierte." Jahrelang hat Schroth auf Thilo gewartet. Aus der untergegangenen DDR kommend, wollten beide nach Amerika, doch nur Thilo hat es geschafft, als Künstler dort Fuß zu fassen. Schroth ist in Frankfurt hängengeblieben, hat eine Promotion geschmissen und arbeitet als Fensterputzer - und wartet. Und wartet. Und wartet. Schroth sind seine Bojen abhanden gekommen, die auf dem Fluss des Lebens Orientierung geboten hätten. Nun fließt alles, Erinnerungen, Lebensmodelle, defekte Muster.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2017

Mit Jan Kuhlbrodts "Modell" hat Rezensentin Wiebke Porombka einen wunderbaren Roman über das Verhältnis von Fall und Zufall, Feststellung und Vorstellung und Stillstand und Bewegung gelesen. Erzählt wird die Geschichte von Schroth, der während der Schulzeit im Schatten seines Freundes Thilo steht, diesen auf seinem Weg zum erfolgreichen Künstler unterstützt, selbst als Fensterputzer endet und schließlich jahrelang auf ein Lebenszeichen wartet, resümiert die Kritikerin. Wenn Thilo vermeintlich von einer seiner Stahlskulpturen erschlagen wird und Schroth beginnt, die Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit in immer neuen Erinnerungsfetzen beliebig zusammenzusetzen, erscheint Poromka der Text wie ein "Kaleidoskop", das die Unsicherheit des Blicks gelungen vor Augen führt. Dass Kuhlbrodts Sprache dabei etwas "statisch" und skizzenhaft bleibt, findet die Rezensentin konsequent.