James Stern

Die unsichtbaren Trümmer

Eine Reise im besetzten Deutschland 1945
Cover: Die unsichtbaren Trümmer
Eichborn Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783821807492
Gebunden, 400 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von und mit Anmermungen versehen von Joachim Utz, Klaus Binder und Bernd Leineweber. "Darmstadt war mir - des lokalen Buntsandsteins wegen - als rosa Stadt in Erinnerung. Noch die Ruinen Darmstadts leuchteten in einem Rosa, wie wir es nirgends sonst sahen". Ende Mai 1945 landet James Stern in einer Trümmerlandschaft, die sich vor kurzem noch Deutschland nannte. Im Auftrag der amerikanischen Regierung soll er erforschen, welchen Effekt die alliierten Luftangriffe auf die deutsche Bevölkerung hatten. In der amerikanischen Zone interviewt er verunsicherte Zivilisten, spricht mit den Hinterbliebenen Schurik Schmorells (einem der hingerichteten Aktivisten der "Weißen Rose"), trifft beängstigend lernfähige Wendehälse und verstockte Nazis, er wohnt bei verstörten ehemaligen Herrenmenschen und trifft auf dem flachen Land eine Hochschwangere, die seit Wochen von Italien aus zu Fuß in Richtung Norden unterwegs ist. Sein Buch, 1947 erstmals erschienen, ist in seiner Mischung aus Reportage und Interviews ein einzigartiges Zeitdokument. Es erscheint nun erstmals auf Deutsch.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2005

James Stern, ein britischer Schriftsteller und Übersetzer, gelangte 1945 mit der amerikanischen Armee nach Deutschland und gehörte aufgrund seiner Deutschkenntnisse zu jenen Befragungsteams, mit denen die Militärverwaltung die Auswirkungen des Bombenkrieges und die Gesinnung der deutschen Bevölkerung eruierte. Rezensentin Claudia Schwartz ist von Sterns Deutschlandbericht aus dem Jahr 1945 sehr angetan, der übrigens 1947 unter dem Titel "The hidden damage" auf Englisch erschien. Stern lege mehr als einen Reisebericht durch Trümmerlandschaften vor, äußert sich Schwartz positiv, er sei - da wird wohl auch seine Befragungstätigkeit eine Rolle gespielt haben - mit den unterschiedlichsten Leuten, aus den verschiedensten Milieus zusammengekommen und hätte so eine "einfühlsame Bestandsaufnahme" der deutschen Befindlichkeiten, der verheerenden Auswirkungen von Nazi-Propaganda und Kriegserlebnissen in den Köpfen der Menschen geschrieben. Solche Reiseberichte fügen unserem Wissen keine neuen Fakten hinzu, fasst Schwartz zusammen, aber sie machten die historische Forschung anschaulicher.
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