James Salter

In der Wand

Roman
Cover: In der Wand
Berlin Verlag, Berlin 1999
ISBN 9783827000989
gebunden, 235 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

"In der Wand" ist die Geschichte eines leidenschaftlichen Bergsteigers. Rand, ein Amerikaner, kehrt nach Europa zurück, um die schwierigsten Wände der Alpen zu bezwingen - meist allein. Als er mit seinem Freund Cabot klettert, stürzt dieser ab. Er überlebt, bleibt jedoch gelähmt. Rand reist ihm nach und versucht, ihn zu heilen - körperlich und psychisch. Der Roman setzt das Bergsteigen gegen das normale Leben und zugleich in Beziehung dazu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Die Bergsteigerei ist als literarisches Thema einigermaßen klischeebesetzt, warnt Hans-Ulrich Treichel zu Beginn seiner Kritik und verweist auf die Gipfelstürmerei als Metapher für die Gottsuche und die Erkundung der eigenen Grenzen. Ein Autor habe da nur zwei Möglichkeiten: Enweder er bricht durch Ironisierung mit dem "Bildervorrat", oder er akzeptiert ihn vorbehaltlos und in knapper Sprache. Salter versuche letzteres. Wenn er erzählt, gelingt ihm das Unterfangen auch, meint Treichel, aber dummerweise erwische ihn das Klischee dann doch: Salter neige zur Redundanz, er spreche aus und mache namhaft, was sich der Leser besser von alleine hätte denken sollen. "Es war, als hätte der Berg ihn geweiht", sagt Salter zum Beispiel nach den Gipfelleistungen seines Helden. Man versteht, was Treichel meint.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

Obwohl durch aktuelle "Everest-Events" aufgefrischt, hält Heribert Hoven dieses Buch von 1975 für etwas angestaubt. Für Hoven sind die existentiellen Erfahrungen des Protagonisten, der in höchste Höhen klettert und in tiefste Tiefen stürzt, eine Art "Lebens- Bewährungsprobe", die Salter nach dem Vietnam-Krieg und der Flower-Power-Zeit durchspielte. Was den Roman selbst betrifft, so ist Hoven geteilter Meinung: einerseits findet er ihn dramaturgisch durchaus gelungen, andererseits stört ihn spürbar Salters gelegentliches Gefühlspathos und das "grelle Rampenlicht", in das er seine Figuren stellt. Diese wiederum sind Hoven viel zu undeutlich gezeichnet ("wie der junge Karl Marx", ähnelt "D. H. Lawrence"). Auch findet Hoven Motive und Figuren aus der englischsprachigen Literatur - nur in neuer Zusammensetzung - wieder.

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