Herausgegeben von Günter Häntzschel, Ulrike Leuschner, Gunnar Müller-Waldeck und Roland Ulrich. "... niemand merkt was, niemand denkt, selbst Professoren der Universität merken nichts und denken nicht ...", äußert Wolfgang Koeppen in seinem Text "Jugend". Viele haben lange nicht gedacht und gemerkt, daß Autor und Werk zu den interessantesten und kompliziertesten Phänomenen der deutschen Literatur seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart gehören. Grund genug, Wolfgang Koeppen jetzt ein Jahrbuch zu widmen, nachdem schon drei Kongresse über ihn stattgefunden haben und eine Internationale Wolfgang Koeppen-Gesellschaft, Greifswald/München gegründet wurde. Der erste Band des Jahrbuchs enthält ausgewählte Beiträge zweier Kongresse aus den Jahren 1997 und 2000.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.03.2002
Im Unterschied zu Jörg Dörings lebendiger Studie "'...ich stellte mich unter, ich machte mich klein'. Wolfgang Koeppen 1933-1948" geht es in diesem Jahrbuch naturgemäß etwas trockener zu. Aber auch hier: vornehmlich Beifall von Seiten des Rezensenten Sven Hanuschek. Die Publikation zeige, wie viel wir noch zu Koeppens späteren Werken erwarten können. Der Rezensent lobt sowohl die "aufwändigen Recherchen", die biografische Zusammenhänge in Koeppens Leben erkennen lassen, als auch die umfassende Aufarbeitung der Koeppen-Bestände außerhalb des Greifswalder Nachlasses. Vor allem gefällt Hanuschek, dass Koeppens Werk in diesem ersten Jahrbuch der Internationalen Wolfgang Koeppen-Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven erhellt wird. Über die Bedeutung Marcel Prousts als Spiegelfigur Koeppens erfährt man ebenso Interessantes wie über Koeppens speziellen Humor und seinen Sinn fürs Groteske. Fazit: "ein vielversprechender Anfang".
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