Jacques Cousteau, Susan Schiefelbein

Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus

Mein Leben für die Erforschung und Bewahrung unserer Umwelt.
Cover: Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783593385648
Gebunden, 371 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Eine ganze Generation von Fernsehzuschauern ist mit Jacques Cousteaus Fernsehserie "Geheimnisse des Meeres" aufgewachsen. In den letzten Jahren seines Lebens schrieb der Meeresforscher sein persönliches und umweltpolitisches Vermächtnis. Noch einmal nimmt Cousteau uns mit auf Expeditionen mit der "Calypso" und auf Tauchgänge in unbekannte Tiefen. Wir erleben mit ihm gefährliche Situationen unter Wasser die nichts gelten angesichts der Faszination, welche die Schönheit der Natur auf Cousteau ausübt. Doch sein Buch ist auch ein umweltpolitisches Plädoyer: Er kämpfte gegen die Versenkung von Atommüll im Mittelmeer und erreichte, dass die Antarktis zu einer Schutzzone erklärt wurde. Noch Mitte der neunziger Jahre kritisierte er Präsident Chirac für die Atomtests im Südpazifik. Cousteaus Buch ist eine wunderbare Feier des bedrohten Lebens auf der Erde und ein eindringlicher Aufruf zu dessen Rettung, ob im Wasser oder an Land, ob Mensch, Oktopus oder Orchidee.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2008

Das letzte Buch des verstorbenen Meeresforschers Jacques Cousteau war für Franziska Seng eine Mischung aus Selbststilisierung, umweltaktivistischem Manifest und Liebeserklärung an die Wunder der Natur. Und genau das soll es wohl auch sein, hinterließ Cousteau dieses Buch doch als sein "Vermächtnis"an die Nachwelt, erklärt Seng. Hier finde der Leser Kindheitserinnerungen Cousteaus, die Herauskristallisierung seiner entdeckerischen Leidenschaften. Cousteau trage damit selbst, genau wie das Vorwort des Umweltaktivisten Bill McKibben, zur eigenen Verklärung bei. Die folgende Darstellung seiner umweltpolitischen Forderungen sei eher "kurzweilig", doch am Ende gewinne das Buch an Brisanz: hier kritisiert Cousteau die Ökonomisierung der Wissenschaft, was in Sengs Augen ebenfalls eine Selbstkritik impliziert. Er "gesteht damit ein, dass auch seine eigenen Vorgehensweisen nicht unkontrovers waren" und meint damit zum Beispiel, dass er seine Forschungsreisen auch mal von Öl- und Pharmaunternehmen hat sponsern lassen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.08.2008

Eva-Maria Träger bergrüßt Jacques Cousteaus Buch "Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus", das 1996 kurz nach dem Tod des Meeresforschers in Frankreich veröffentlicht, dann aber wegen juristischer Streitigkeiten innerhalb der Familie zurückgezogen wurde. Eine Autobiografie, die Einblicke ins private Leben Cousteaus gibt, ist das Buch nicht: Wer hoffe, den Menschen hinter dem Forscher kennenzulernen, baut die Rezensentin Erwartungen vor, werde enttäuscht. Dennoch hat sie das Buch, das abenteuerliche Expeditionen, Fahrten über die Weltmeere und Tauchgänge schildert, gern gelesen. Besonders hebt sie Cousteaus Gedanken zu Umwelt- und Artenschutz hervor. Neben vielen Anekdoten und Geschichten findet sie auch philosophische Überlegungen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Deutlich wird für sie Cousteaus große Liebe zum Meer und dessen Bewohner. Dass der Autor dabei manchmal ins Dozieren gerät, hält Träger für verzeihlich.
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