Deutsch von Wolfgang von Einsiedel. Polen, im 17. Jahrhundert: Russische Kosaken terrorisieren die Juden. Der jüdische Leibeigene Jakob verliebt sich ich die christliche Tochter seines Herrn. Als Jakob freigekauft wird, bekehrt er Wanda zu seinem Glauben und nimmt sie zur Frau. Doch damit geraten sie in tödliche Gefahr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.04.2024
Rezensent Christian Thomas wirkt gefesselt von Isaac Bashevis Singers 1960 erschienener, moderner Version der alten Legende von Jakob. Der "Spätklassiker der jiddischen Literatur" erzähle die Geschichte des Juden Jakobs, der im von Pogromen gebeutelten Polen des 17. Jahrhunderts nach langer Tätigkeit als Knecht freigekauft wird, eine Christin zur Frau nimmt und sich auf ins Heilige Land macht. Wie Singer in "suggestiver Wortmusik" vom Leiden Jakobs erzählt, von den großen religiösen Zweifeln, in die ihn die von den Kosaken verübten Gräuel stürzten, denen auch seine erste Frau und sein Kind zum Opfer fielen, scheint der Kritiker bestechend zu finden; von "bohrenden Fragen" und "niederschmetternden Erkenntnissen" Jakobs zur Macht Gottes spricht er hier. Auch, wie Singer die "Verflechtungsgeschichte" zwischen Polen und der Kosaken-Ukraine einbeziehe, und wie er die Geschlechtergleichheit im Judentum stark macht, beeindruckt Thomas. Ein "komplexes", "erschütterndes" und tief von jüdischem Glauben und Wissen geprägtes Buch, meint der Kritiker.
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