Ina Praetorius

Handeln aus der Fülle

Postpatriachale Ethik in biblischer Tradition
Cover: Handeln aus der Fülle
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005
ISBN 9783579052168
Gebunden, 223 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Engagiert - positionsstark - konstruktiv. Eine Rückbesinnung auf die Bibel als Fundament ethischer Orientierung. Ein berührendes und Hoffnung stiftendes Buch. Ethische Denkanstöße jenseits bloß moralisierender Kampfmetaphorik. Wie gewinnen Menschen Maßstäbe dafür, was gut und was richtig ist? Kann das, was wir vernünftig nennen, für andere nicht höchst unvernünftig sein? Wird verbindliches Nachdenken über ethische Maßstäbe unmöglich? Werden Gut und Böse zur Frage bloßer Meinung? Ina Praetorius greift zur Bibel. Weil der Bibel die Trennung von Vernunft und Gefühl, von Öffentlichkeit und Privatheit, Staat und Familie, Gerechtigkeit und gutem Leben weitgehend fremd ist, birgt sie zukunftsweisende Potentiale für eine Gesellschaft, die Auswege sucht aus den Sackgassen unserer komplexen Gegenwart. Die Autorin eröffnet einen erneuerten Zugang zur biblischen Idee, menschliches Handeln als Teil einer sinnvollen Geschichte zu verstehen, deren Beginn die gute Schöpfung und die gute Weisung Gottes ist und deren Ende der Friede Gottes mit den Menschen sein wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.12.2005

Spannend wie ein Krimi findet Antje Schrupp dieses Ethikbuch, das die Theologin Ina Praetorius vorgelegt hat. Der Autorin gehe es vor allem darum, das "gute Leben" als Ergebnis eines andauernden Prozesses zu denken, als einen niemals endenden Austausch von Menschen über die Frage, was am besten zu tun und zu lassen sei. Schrupp wertet diesen Abschied von allgemeingültigen Geboten nicht als Beliebigkeit - schließlich versteht Praetorius die Menschen nicht als autonome Wesen, die aus dem Nichts heraus über ethische Prinzipien reflektieren, sondern als Wesen, die über die Kategorie des Geborenseins immer schon in Beziehungen zueinander stehen und denen Ethik zuerst in Form von Ratschlägen, Eigenarten und Gebräuchen begegnet. Schrupp hebt abschließend hervor, dass die Autorin Traditionen, Sitten und Gesetze dementsprechend nicht als Korsett zu deuten sucht, sondern als Voraussetzung für Freiheit.
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