Bibel in gerechter Sprache

Cover: Bibel in gerechter Sprache
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2006
ISBN 9783579055008
Gebunden, 2400 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Ulrike Bail, Frank Crüsemann, Marlene Crüsemann u. a.. Warum eine Bibel in gerechter Sprache? Stellen Sie sich vor: Sie schlagen Ihre Bibel auf und können im Wortlaut entdecken, es gab sie, die Jüngerin, die Apostelin, die Diakonin... Sie lesen in Ihrer Bibel und können sicher sein, hier wird ernst genommen, dass Jesus Jude war. Die Bibel in gerechter Sprache will den biblischen Alltag und damit auch die mitgemeinten Frauen sichtbar machen. Sie will diskriminierende Formulierungen überwinden, antijüdische und gewaltverherrlichende Begriffe vermeiden und die Vielfalt der biblischen Gottesbilder aufdecken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2006

Die Theologin Elisabeth Gössmann befürchtet, dass die gesamte feministische Theologie durch die in großen Teilen nicht gelungene "Bibel in gerechter Sprache" in Misskredit gebracht wird. Hier habe der Leser es mit einer Bibelauslegung und keiner Bibel zu tun, merkt die Rezensentin an. Sie moniert daran die "häufigen Ideologisierungen" und die oft unmotiverte Einbeziehung der weiblichen Person, auch wenn dies inhaltlich gar nicht angebracht ist, die protestantische Färbung des Projekts sowie eine zu beobachtende "Vergewaltigung der deutschen Sprache". Ihre handwerkliche Kritik belegt Gössmann mit detaillierten Beispielen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2006

Schon das Unternehmen an sich, nämlich eine "gesinnungsgerechte" Bibelübersetzung zu schaffen, ist für den Rezensenten und Theologen Ingolf U. Dalferth ein Missverständnis. Das Ergebnis betrachtet er in weiten Teilen als "theologische Bankrotterklärung", die "ein trauriges Licht" auf den Zustand der protestantischen Theologie werfe. So regt er sich nicht nur über "Hirtinnen und Hirten" und "Pharisäerinnen und Pharisäer" auf, sondern auch über andere politisch korrekte Absurditäten. Auch dass der Bibeltext seiner Beobachtung zufolge oft "gezielt umgedeutet" wird, ruft seinen Widerspruchsgeist auf den Plan. Als Tiefpunkt empfindet er dann die "durchgehende Tendenz" dieser Übersetzung, "sachliche Differenzen zu verharmlosen" und "theologische Entwicklungen aus ideologischen Gründen" einfach auszublenden oder in banalen Allerweltsfloskeln zu neutralisieren. Schlichtweg unverantwortlich findet Dalferth den Umgang mit biblischen Gottesbezeichnungen und auch Willkürakte, die der Rezensent letztlich auch deshalb indiskutabel findet, weil sie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bibeltext schier unmöglich machen, der in dieser Version nicht mehr kenntlich ist.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…