Etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland und schätzungsweise 1,1 Milliarden Menschen weltweit teilen eine große gemeinsame Leidenschaft: Sie alle rauchen. Voller Lust, mit Liebe zum oder im blauen Dunst - oder wegen ihres Lasters beschimpft. Der moralische Druck auf die Raucher wächst. Sind Zigaretten, die noch bei den Stars aus Hollywood zum schönen Leben gehörten, tatsächlich so gefährlich? Die Warn- und Verbotspolitik nimmt zunehmend absurde Züge an, die im krassen Widerspruch stehen zu einer Gesellschaft, die sich als modern, aufgeklärt und demokratisch versteht. Mit puritanischem Eifer wird überwacht und bestraft, als seien wir im vorbürgerlichen Zeitalter. Hat der rastlose Eifer gegen das Rauchen ganz andere Gründe? Viel Rauch um nichts?
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.10.2005
Hocherfreut zeigt sich Jens Jessen über dieses "überaus scharfsinnige Buch", das Imre von der Heydt vorgelegt hat: "Die Freunde des Tabaks", frohlockt er, "haben endlichen einen Anwalt". Dabei erblickt er im Autor weder einen Lobbyisten der Tabakindustrie noch jemand, der die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens bagatellisiert. Den springenden Punkt dieser "Kulturgeschichte des Rauchverbots" sieht er vielmehr im Nachweis, dass der Kern der historischen wie auch der modernen Antiraucherkampagnen nicht die Sorge um die Gesundheit bildet, sondern ein Ressentiment - ein Ressentiment gegen jede Form von Ausschweifung, Untüchtigkeit und mangelnde Lebensplanung, die dem bürgerlichen Effizienzideal zuwiderläuft. Der Autor führe vor, dass die bekannten Argumente gegen das Rauchen auf "Milchmädchenrechnungen, logischen Widersprüchen oder demagogischen Ausblendungen konkurrierender Gefährdungen" beruhen. Als Beispiel führt Jessen, der den Ausführungen des Autors zum großen Teil folgen kann, den Autoverkehr an: "Mit Recht werden Unfallverursacher bestraft - aber wird deswegen das Auto verboten?"
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