Die Zigaretten- und Tabakindustrie hat seit der Jahrtausendwende eine Süd-Offensive eingeläutet. Die großen Konzerne der Industrieländer fördern den Tabakanbau in der Dritten Welt und schaffen systematisch Abhängigkeiten. Tabakanbau ist keine Entwicklungshilfe, wie es die Unternehmen immer gerne darstellen, sondern schlicht Ausbeutung. Die vielgerühmte Arbeitsteilung sieht so aus, dass das technische Knowhow in den Händen der westlichen Industrie bleibt, dass sie die Preise sowie die Anbaumethoden diktiert. Die Tabakbauern werden in die Rolle von Lieferanten für billige Rohstoffe gedrängt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2004
Dorothea Heintze stellt fest, dass das Buch über die Strategien der Tabakindustrie seine Entstehung aus einem Filmskript nicht verbergen kann. Was 2003 in Parma den Preis für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat, wird wohl nicht zum "besten Sachbuch" gekürt werden, meint die Rezensentin, die das Buch dafür zu unausgewogen und sprunghaft findet. Mitunter vermisst sie Bilder, die den Text nützlich illustrieren könnten und die eingestreuten Zitate erschienen ihr allzu beliebig. Trotzdem gefällt ihr diese "Kampfschrift", weil sie "so richtig schön bösartig" ist und weil sie , was die "Schandtaten der Tabakindustrie" angeht, kein Blatt vor den Mund nimmt und dabei durchaus parteiisch ist. Und die Fakten, die in diesem Buch aufgeführt werden, "sprechen" schließlich "für sich", so Heintze, die sich von den ökologischen Auswirkungen des Tabakanbaus sowie vom ständig sinkenden Einstiegsalter für rauchende Kinder erschrocken zeigt.
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