Aus dem Dänischen von Elisabeth Doll. Jede(r) Fünfte ist besonders empfindsam oder, wie man mittlerweile sagt, hochsensibel. Ein vielfach bewährter Test macht es den Leserinnen und Lesern dieses Praxisbuches leicht, herauszubekommen, ob sie dazu gehören. Wie aber lässt sich die vermeintliche Schwäche in eine Stärke verwandeln? Wie werden hochsensible Menschen glücklich? Auch dazu macht die bekannte dänische Psychotherapeutin zahlreiche neue, im Alltag erprobte Vorschläge. Hochsensible Menschen haben ein besonders empfindliches Nervensystem. Es fällt ihnen schwerer als anderen, unangenehme oder belastende Eindrücke auszublenden. In stressigen Situationen reagieren sie stärker und werden schneller krank. Dafür nehmen sie mehr Abstufungen wahr, besitzen eine rege Fantasie und eine ausgeprägte Vorstellungskraft. Für ihr Wohlergehen benötigen sie vor allem ein verlässliches Umfeld und eine wohldosierte Reizstruktur. Dann steht ihrem Wohlbefinden wenig im Wege. Womöglich ist ihr Glücksempfinden sogar intensiver als das "gewöhnlicher" Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2016
Es gibt Momente, in denen die Jugendsprache es einfach am besten trifft. Rezensentin Martina Lenzen-Schulte sieht mit ihrer entschieden ablehnenden Rezension zu Ilse Sands "Die Kraft des Fühlens" so einen Moment gekommen. Nichts anderes als "First World Problems" sei das, was Sand, nach ADHS und anderen bekannten Beispielen einen neuen Trend witternd, als Krankheit verstanden wissen will. Was genau jedoch Hypersensibilität eigentlich sein soll, erfährt Lenzen-Schulte nicht in diesem Buch. Stattdessen darf sie sich mit Test und Tipps beschäftigen, die hypersensiblen Menschen, die übrigens angeblich ein Fünftel der Menschheit ausmachen, das Leben leichter machen sollen. Zur Linderung ihrer Wehwehchen schlägt die Autorin ihren Leidensgenossen vor, doch einfach ein paar Blumen zu kaufen, ein Pferd zu reiten, mit einem Kind zu spielen, Yoga, Pilates, Gartenarbeit zu praktizieren oder "über Aphorismen zu reflektieren". Der Rezensentin kann all das höchstens zum Amüsement dienen, genau wie ihre unterhaltsam beißende Rezension den Lesern der FAZ. Danke!
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