Mit dem Band "Die Umschreibung des Flusses" legt der junge Kölner Autor und Leonce-und-Lena-Preisträger David Krause sein Debüt vor.: Die an Brinkmann geschulten Gedichte leben von ihrer narrativen Stringenz und spannen Bogen von poetischer Kraft. In ihnen verbinden sich Erzähltes, Erlebtes und Erinnertes, und mit dem Strom des Erinnernten öffnen sich Räume voll Materialität und eindringlicher Bilder. Eine Wiedergeburt des Empfindens scheint sich anzubahnen, eine Beiläufigkeit des Sprechens, das vom Prosagedicht inspiriert ist und vom Ton der Beat-Generation und der Neuen Subjektivität. Der rhythmische Fluss der Gedichte, ihr schwerelos anmutender Flow, ist durchsetzt von einer feinen Melancholie, von Gefühlen des Verlustes und des Unwiederbringlichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensentin Angelika Overath lässt sich von David Krause in eine mäandernde Flusslandschaft der Sprache entführen, wo Träume und Kindheitserinnerungen locken, Liebesverlust und Tod drohen. Diese Welten können ineinanderkippen, warnt Overath den Leser, aber jede Alltagserfahrung kann hier auch lyrisch werden, meint sie. Für Overath das Debüt eines mutig suchenden, sehr oft findenden Autors, das zwar manchen Manierismus enthält, aber noch viel mehr Sprachbilder von großer, irritierender und berührender Frische, wie sie schreibt.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…