Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2004
Passende Fertigbauteile reichen eben doch nicht für einen guten Prosatext, stellt Uwe Stolzmann bekümmert fest. Die Konstruktion des Romans ist dieselbe wie in Boccaccios "Decamerone", sagt Stolzmann. Dagegen sei nichts einzuwenden, Recycling in der Literatur durchaus erlaubt - wenn ein neues anständiges Produkt dabei herauskommt. Doch bei Stiks' Schlossgeschichte, in der ein junger Bosnier im Castel Mardi auf einen alten Mönch stößt, der ihn in die grausamen Geschichte des Schlosses und seine eigene einführt, stimmt nicht mal die Rahmenkomposition: jede Geschichte für sich sei gehaltvoll, moniert Stolzmann, aber sie seien gewaltsam verbunden und, was noch mehr zählt, miserabel erzählt. Erzählen um des Erzählens willen mache noch keine gute Literatur, merkt Stolzmann an und führt rhetorische Klischees, altertümelnde Floskeln und papierene Dialoge für das "stilistische Unvermögen" des kroatischen Autors an.
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