Das Verhältnis des Menschen zum Tier stellt eine der großen Debatten der Gegenwart dar. Mit dem jungen Forschungsfeld der Human-Animal Studies leisten die Kultur- und Sozialwissenschaften einen Beitrag zu dieser Frage der Zeit und weisen auf die Gesellschaftlichkeit der herrschenden Mensch-Tier-Verhältnisse hin. Dieser Band versammelt als eine der ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen transdisziplinäre Beiträge, die nicht nur theoretische Fragen der Konstitution von Mensch und Tier erörtern, sondern auch daran anschließende Diskussionen über Geschlecht, Identität und politische Praxis aufzeigen. Thesen bekannter Denker_innen wie Foucault und Haraway sowie aktuelle Ansätze, u.a. aus der Intersektionalitätsforschung und den Queer Studies, werden neu rezipiert und durch eigene theoretische und empirische Analysen ergänzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011
Thomas Thiel hat sich mit viel Interesse in diesen ersten Sammelband mit Aufsätzen zur jungen Forschungsrichtung der Human-Animal Studies vertieft. Die Human-Animal Studies sind jedenfalls nicht lediglich eine Reaktion auf eine breite gesellschaftliche Strömung von vegetarischem Lebenswandel und Tierschutz, betont der Rezensent. Viele der Forscher kommen aus der Tierrechtsbewegung, gleichzeitig finden sich ihre Wurzeln im Feminismus und in Gender Studies, erklärt Thiel. Der vorliegende Band kann dem Rezensenten nicht gänzlich das Gefühl nehmen, dass er es hier nicht nur mit einem aus einem allgemeinen Trend flugs zum "neuen Forschungsparadigma" ausgerufenen Gebiet zu tun hat. Trotzdem findet er das Plädoyer für eine Blickänderung, die Konzentration auf Theorien der Wahrnehmung und die "Kritik der Wahrnehmungsstrukturen", mit denen Tiere betrachtet werden, durchaus bedenkenswert, wie es scheint. Weniger "poststrukturalistische Formeln" und etwas konkreter hätte es nach Thiels Wunsch durchaus sein dürfen.
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