Dieses Buch rekonstruiert die Frontstellungen und Abgrenzungen, denen ein populärer Text wie "Generation Golf" seinen Identifikationswert für die Leser verdankt. Wie produziert der Autor sein Ensemble alltäglicher Beobachtungen und Eindrücke so, dass beim Leser Effekte des "Erkennens" provoziert werden? Die Studie verdeutlicht dabei nicht nur, wie, sondern weshalb z.B. der Begriff "Generation" oder das Datum "68" spontane Zustimmung hervorruft. Dabei verdeutlicht sie, wie sich Pierre Bourdieus Theorie des literarischen Feldes in ein Analyseverfahren überführen lässt, das in den Sprach- und Literaturwissenschaften eingesetzt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2008
Lange hat es gedauert, aber das Warten scheint sich gelohnt zu haben. Dass mit dieser Dissertation nun ein sozialgeschichtlicher Einordnungsversuch der "Generation Golf" vorliegt, freut Christian Schärf ungemein. Und er staunt nicht schlecht, mit welchem theoretischen Aufwand (Foucault, Bourdieu, Eagleton, Bolz etc.) Tom Karasek antritt, sowohl das Buch von Florian Illies zu analysieren, als auch das Psychogramm einer Generation zu zeichnen. Ist das nicht vielleicht ein bisschen zu viel des Guten? Die Einfachheit von Illies' Generationenbuch scheint das nahezulegen. Schärf jedoch entgeht die theoretische Volte nicht, mit der Karasek die Darstellung einer homogenen Generation als Teil des Problems outet: Hier, ahnt der Rezensent, ist ein sich "kulturell profilierender Neokonservatismus" am Werk. Solche und andere Einsichten (über die Rolle des Kulturjournalismus bei der Entstehung der Pop-Literatur, über den Normalismus als deren Markenzeichen) verdankt Schärf dem "glänzend formulierten" Band.
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