Aus dem Chinesischen von Katrin Buchta. Nummer 34 ist ein siebenjähriger Junge mit verborgenem kreativen Talent, ein Schulschwänzer und das verhasste schwarze Schaf der Klasse. Er wächst im Taiwan der 80er Jahre auf und ist ein Alter Ego des Autors. Während die anderen Schüler seiner Klasse im Streben nach Bestnoten und gegenseitigem Wettbewerb um den Titel des Klassenbesten sich der Erwartungshaltung von Eltern und Lehrerschaft anpassen, verschwindet Nummer 34 lieber mit seinem Jugendfreund A Ding in den Wäldern, wo sie sich ihren Spielen hingeben und eine geliebte Kaulquappe aufziehen. Eine tragische Wendung bringt den Jungen jedoch dazu, dem Druck seines Umfeldes nachzugeben und sich den schulischen und erziehrischen Zwängen unterzuordnen. Der Autor schildert in dieser graphischen Novelle Erinnerungen an seine Kindheit im Taiwan der 80er Jahre. Das mehr Erwachsene und Jugendliche als jüngere Kinder ansprechende Bilderbuch/Comic gewährt Einblicke in das Schulsystem konfuzianisch geprägter Länder Ostasiens. Es gewährt Einsichten in die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern, Kindern und ihren Eltern in Ländern des chinesischen Kulturkreises. Und es stellt die universelle Frage, wieweit sich ein Individuum dem gesellschaftlichen Kollektiv, den Erwartungen seines Umfeldes unterordnen soll oder kann, ohne sich selbst und sein persönliches Glück zu verleugnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2012
Sichtlich angetan zeigt sich Rezensent Steffen Gnam von dieser Graphik Novel des taiwanischen Autors Enzo. Die im Taiwan der 1980er angesiedelte Geschichte des "Schülers 34" liest er als kritische Auseinandersetzung mit einem System, das schon Kinder auf Leistung drillt, um sie für die Anforderungen des Marktes fit zu machen. Wie sich "Schüler 34", dessen bester Freund eine Kaulquappe ist, gegen die Zumutungen der Erwachsenenwelt wehrt und ganz eigene Abenteuer erlebt, findet Gnam hinreißend erzählt und gezeichnet. Sein Fazit: ein "bezauberndes" Bilderbuch.
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