Manfred Matuschewski, Horst Bosetzkys Held und Chronist der Nachkriegszeit und Wirtschaftswunderjahre, gehört schon mit zu Berlin wie die Goldelse oder ein gewisser Arzt, der im Bülowbogen seine Praxis hat... So ist es kein Wunder, daß es ihn nicht lange in Bremen hält, wohin es ihn am Ende von "Champagner und Kartoffelchips" verschlagen hat. Horst Bosetzky ist ein brillanter Chronist - und seine Schwäche für Berlin ist seine große Stärke. Und wer wüßte nicht gerne, welche Abenteuer das Leben für Manfred Matuschewski noch bereit hält?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2000
Maria Frisé räumt ein, dass es sich hier nicht unbedingt um "hohe Literatur" handelt. Trotzdem gefällt ihr der Band. Die Rezensentin geht davon aus, dass der Autor Horst Bosetzky und sein Held weitestgehend identisch sind, aber dies stört sie nicht, im Gegenteil. Diese Authentizität scheint für sie eine der wesentlichen Stärken des Bandes zu sein. Auch verfügt der Autor, wie sie anmerkt, über eine Menge Humor und scheut nicht davor zurück, sich selbst mit seiner Hypochondrie und seinen Alltags- und Beziehungskatastrophen selbst auf die Schippe zu nehmen - etwas, was bei Achtundsechzigern vielleicht nicht selbstverständlich ist. Großen Gefallen hat Frisé besonders an der Passage gefunden, in der sich der Protagonist in einem Amt für Verwaltungsinnovation herumplagen muss - mit dem sinnlos aufgeblähten bürokratischen Apparat, den es zu schrumpfen gilt, mit Alkohol-Kameradschaften, mit Kollegen, die Bosetzky manchmal "bösartig" karikiert. Aber auch die Schilderung des einfachen Milieus, aus dem der Autor selber kommt (Berlin-Neukölln) gefällt der Rezensentin. Hier zeige Bosetzky "nachsichtig-liebevolle Ironie" und eine ausgesprochene Begabung zu genauer Beschreibung.
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