Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann. Mit zahlreichen Illustrationen von Pascal Cloëtta. Drei Jahre vor seinem Tod verlegte er anonym, zu Selbstkosten und in einer Auflage von nur 25 Stück die Gedichtsammlung "John Marr und andere Matrosen", eine Hommage an die Kameradschaft auf See und an eine glanzvolle Epoche der Seefahrt, die mit dem amerikanischen Bürgerkrieg endete. Zu alt, um noch zur See zu fahren, haben John Marr, Bräutigam Dick und andere weitgereiste Männer sich im Inland Amerikas niedergelassen. Doch in der neuen Umgebung werden sie nicht heimisch; mit den gleichmütigen Landmenschen, für die das Meer nur ein "vages Gerücht" ist, verbindet sie nichts. Und so erwachen die Kameraden von einst in den Erinnerungen der Seemänner noch einmal zum Leben. Ihre Stimmen künden von vergangenen Zeiten voll Ehre und Mut, aber auch von Tod, Vergänglichkeit und unausweichlichem Schicksal.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2014
Äußerst dankbar zeigt sich Jürgen Brocan über die Übersetzung von Herman Melvilles Dichtung "John Marr". Die gerade einmal 19 Gedichte umfassende Sammlung aus Melvilles Spätwerk beeindruckt den kundigen Rezensenten durch die kunstvoll in ihnen evozierte Weite des Meeres; die ganze Rauheit des Lebens auf dem Meer, aber auch seine metaphysische Leere vergegenwärtigt sie ihm in Form von Abschieds- und Totengedichten. Dass Melvilles Lyrik komplex ist, weiß der Rezensent und freut sich darum über kundige Anmerkungen und ein instruktives Nachwort. Brillant möchte er Alexander Pechmanns Übertragung der von Prosapassagen durchsetzten Balladen allerdings nicht nennen. Eher solide mit vielen guten Lösungen, aber auch mit einer gewissen Bemühtheit, die sich laut Rezensent besonders in der Details verwischenden Metrisierung und Reimgestaltung des leichtfüssigen Originals zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2013
Mirko Bonne ist glücklich, dass nun endlich doch noch die späten Werke Herman Melvilles veröffentlicht werden. Denn an den Erfolg von "Moby Dick" konnten die Nachfolger nicht anknüpfen, und so wurde der nun auch auf Deutsch erschienene Gedichtband "John Marr und andere Matrosen" von Melville auch nur als Privatdruck an Freunde verschickt, berichtet der Kritiker. Während Bonne von Alexander Pechmanns Übersetzung der Erzählpassagen ganz hingerissen ist und hier den zeitlosen "Melvilleschen Glanz" entdeckt, muss er leider gestehen, dass ihm die Übertragungen der Gedichte nicht gefallen haben: Durch "hölzerne" Inversionen und allzu "hinkenden" Versfuß erscheinen sie ihm oft "gestelzt und altbacken". Und so bedauert der Rezensent, dass er in dieser Neuerscheinung das wunderbar lebendige und einfallsreiche Gefüge aus Prosa und Lyrik, Skizzen und Balladen nicht in voller Gänze genießen kann. Mit dem ausgezeichneten Nachwort Pechmanns ist der Rezensent aber umso zufriedener.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…