Depressionen und Angst treten in der Bevölkerung viel häufiger auf als die Schizophrenie, die der Öffentlichkeit als Inbegriff der psychischen Erkrankung gilt. Gespeist aus einer Mischung von Vorurteilen, Furcht und Unkenntnis zieht sie besonderes Interesse auf sich, vielleicht weil sie in ihren unbehandelten Symptomen so fremdartig, unverständlich und unberechenbar wirkt. Dieses Buch erläutert die neuesten Ergebnisse der Schizophrenieforschung und versucht so einer der geheimnisvollsten seelischen Erkrankungen den Ruf des Unheimlichen und der Ausweglosigkeit zu nehmen. Heinz Häfner gibt in seinem Buch einen verständlichen Überblick über die Erscheinungsformen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit. Er vermittelt die neuesten Forschungsergebnisse, die ein tiefgreifend verändertes Bild dieser Krankheit geben und neue Möglichkeiten der Hilfe versprechen. Seine Darstellung lässt deutlich werden, dass das Rätsel Schizophrenie weitgehend gelöst ist und die Therapie- und Hilfsmöglichkeiten vielfältig und erfolgversprechend sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2000
Horst Petri, selbst Psychiater, ist enttäuscht von dem Buch, seine Begründung jedoch widersprüchlich. So beklagt Petri, dass Häfner die Krankheit vor allem auf biologische Ursachen zurückführt, gibt dann aber zu, dass der Autor diese Befunde selbst "durchaus kritisch" vorstellt. Die Hoffnung Häfners, dass die Psychopharmakaforschung bald bessere Medikamente findet, um die "quälende Symptomatik" zu lindern, teilt Petri ausdrücklich. Offenbar steht er Biologie und Chemie gar nicht so abweisend gegenüber, wie es erst den Anschein hat. Enttäuscht ist er wohl vor allem, weil Häfner den "tiefenpsychologischen Beitrag" zu einem "ganzheitlichen Verständnis" der Schizophrenie in seinem Buch völlig außen vor lässt. Der Rezensent ist nämlich überzeugt, dass Schizophrenie mehr ist "als ein gestörter Dopaminstoffwechsel in den Synapsen des Gehirns".
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