Drei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ein Hund in einer Stadt, in der sich die Tragödie der Welt zur grandiosen Posse verdichtet. Sie alle führt das Schicksal mitten hinein in die Bodenlosigkeit eines umkämpften Großprojekts. Ein Archäologe wird auf eine geheimdiensthaft-kryptische Weise nach Stuttgart gerufen und wittert seine große Chance: Bei Probebohrungen im Schlossgarten wurde eine rätselhafte antike Apparatur gefunden. Ein Durchschnittsbürger, den die Wut über das Leben, seine Ungerechtigkeiten, der Zorn über die Willkür der Mächtigen zum Scharfrichter und Scharfschützen macht: präzise, geduldig, gefährlich. Der Münchner Kommissar Rosenblüt, der auf der Spur eines Falles in seine schwäbische Heimatstadt zurückkehren muss, wo er bereits einmal den hohen Herren zu nahe getreten ist und daher die Stadt eigentlich für immer hinter sich lassen wollte.
Tobias Gohlis hat seine Krimi-Bestenliste zur Zeit geholt. Was bisher als KrimiWelt figurierte, heißt jetzt KrimiZeit und erscheint von nun an jeden ersten Donnerstag in Hamburg. Als ein "Prachtexemplar" dieser Liste stellt Gohlis Heinrich Steinfests Roman "Wo die Löwen wohnen" vor, die Fortsetzung der Proteste gegen Stuttgart 21 mit literarischen Mitteln. Gohlis lässt sich das gern gefallen, denn auch die "Ermordung einer Stadt" sei schließlich ein Verbrechen und dagegen müsse man mit sich mit den schärfsten Waffen zur Wehr setzen. Über den Plot verrrät der Rezensent so viel, dass in ihm ein Archäologe und ein wütender Rentner tragende Rollen spielen, aber auch eine unterirdische Maschinengöttin, an der die Herren aus Politik und Wirtschaft nicht vorbeikommen: "Die Göttin ist da und dagegen."
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