Kaum ein Kapitel der deutschen Geschichte war im geteilten Deutschland so umstritten wie die Weimarer Republik. Die alte Bundesrepublik Deutschland verstand sich als konstruktive Antwort auf die offenkundigen Mängel der ersten deutschen Demokratie, die zu deren Untergang erheblich beigetragen hatten. Die Bonner Lehren aus Weimar waren "antitotalitär", die der DDR "antifaschistisch". Die SED benutzte die erste Republik und ihr Scheitern als Argument, um die "Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei" historisch zu begründen. Der deutsch-deutsche Streit über Weimar wirkt bis heute nach. In diesem Band gehen Historiker aus den alten und neuen Ländern dem Wandel des Bildes von der ersten deutschen Republik in West und Ost nach.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2002
Etwas tendenziös findet der "uha" zeichnende Rezensent den Herausgeber dieses Sammelbands über die unterschiedlichen historischen Bewertungen der Weimarer Republik: Er findet es sehr offensichtlich, dass Heinrich August Winkler den in der DDR vorherrschenden Bewertungen gar nichts abgewinnen kann, sondern sie für "ideologisch und grundfalsch" hält - was aber nicht zur Folge habe, dass in dem Band keine Ost-Historiker zu Wort kommen. Die unterschiedlichen Interpretationsansätze zur Weimarer Republik sind nach Meinung des Rezensenten tatsächlich vor allem auf divergente Ost- und Westperspektiven zurückzuführen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, zum Beispiel schloss sich der "streitlustige konservative Publizist Sebastian Haffner" im wesentlichen der DDR-Lesart an, berichtet "uha".
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