Heimito von Doderer

Die Strudlhofstiege

oder Melzer und die Tiefe der Jahre
Cover: Die Strudlhofstiege
C.H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406655555
Gebunden, 944 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Mit einem topografischen Anhang von Stefan Winterstein und einem Nachwort von Daniel Kehlmann. Mit diesem vielschichtigen, von souveränem Humor erfüllten "Roman einer Epoche" hat sich Doderer einen unbestrittenen Platz in der deutschen Literatur geschaffen. Doderers wahrhaftig phänomenaler Roman ist mehr als eine minutiös echte, bezaubernde und sublim-amüsante Schilderung der vielschichtigen Wiener Gesellschaft jener Jahre. "Die Strudlhofstiege" ist ein raffinierter, psychologischer, durch und durch moderner Roman. Doderer erweist sich als geradezu virtuoser Regisseur seiner so zahlreichen Akteure; wie er sie immer wieder zur symbolisch-schicksalhaften Strudlhofstiege zu lotsen weiß, ist eine kompositionelle Meisterleistung. Dazu kommt Doderers köstliche Sprache.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.12.2013

Burkhard Müller beglückwünscht den Verlag C.H. Beck, der sich mit dieser prächtig ausgestatteten Neuauflage eines schon im Original im Hause erschienenen Romans zum Verlagsjubiläum selbst beschenkt. Doderers Projekt bringt Müller griffig auf den Punkt: Unter literarischen Mühen etwas vom Schönen auch im Moment dessen Vergehens zu bewahren. Dies verleiht diesem von einer Vielzahl von Figuren bevölkerten, wegen seiner Komplexität inhaltlich kaum zusammenfassbaren Roman über Wien in der Zeit von 1911 bis 1925 "seine spezifische Färbung" eines "lebhaften Grüns mit einem kräftigen Einschlag von Gold". Sehr zu schätzen weiß Müller überdies in seiner essayartigen Analyse, dass Doderer gerade nicht zur Geschlossenheit und Verfestigung klassischer Formen strebt, sondern ganz im Gegenteil an der Sache orientierte Improvisationen und stetig neue Formen sucht. Dies unterscheidet ihn dann auch triftig von Thomas Mann, auch wenn Doderers geschnörkelt komplexer Stil zum Großliteraten in Sichtweite siedelt: Doch eignet Doderer kein Wille zu herrischen Weltaneignung, stellt Müller fest, vielmehr nähert er sich seinem Gegenstand auf ehrfurchtsvollen Umwegen und macht so die feine Grenze zwischen Innen- und Außenwelt durchlässig.

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