Das Ereignis, das unsere Welt veränderte. Erstmals erzählt Hauke Friederichs die dramatischen Ereignisse des Sommers 1940, als die Schrecken des Krieges den Westen erreichen, anhand der Schicksale ihrer Protagonisten: von Exilantinnen wie Anna Seghers, die in Paris die vorrückende Wehrmacht fürchtet und keinen Verlag für "Das siebte Kreuz" findet, bis zu Jüdinnen wie Anne Frank, die noch nicht wissen können, welch grauenvolles Schicksal durch die Okkupation ihres Landes besiegelt ist. Der Krieg sollte nach dem Kampf um Dünkirchen, wo im allerletzten Moment über 300.000 eingekesselte britische und französische Soldaten gerettet werden konnten, noch fünf Jahre dauern. Sein Verlauf jedoch wäre ohne das Wunder ein anderer, die Landung der Alliierten in der Normandie nicht möglich gewesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.03.2021
Eher missgelaunt rezensiert Cord Aschenbrenner dieses Buch, dem er als erstes seine wohlbekannte, oft angewandte und in der Regel erfolgreiche Machart ankreidet. Er gesteht zu, dass es "manchmal spannend" zu lesen sei, spricht ihm aber ab, wirklich emotional zu packen, nicht zuletzt auch deshalb, weil Zeugnisse von jenen "Hunderttausenden" Menschen in Belgien und Frankreich fehlen, die vor der Wehrmacht flüchteten. Ob und in welcher Form sich das Buch mit dem "Haltebefehl" Hitlers beschäftigt, die der britischen Armee die Flucht ermöglichte, bleibt bei Aschenbrenner offen. Was ihm so oder so aber in diesem Buch fehlt, sind eine Landkarte, ein Register, sprachliche Disziplin und das rechtzeitige Ausmerzen einiger Fehler - etwa dass Churchill erst 1953 und nicht schon vor dem Krieg den Literaturnobelpreis erhielt.
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