Dominikus Böhm begründete in den 1920er-Jahren eine Architekten-Dynastie. Er selbst, sein Sohn Gottfried und seine Enkel Peter und Paul haben den Kirchenbau in Deutschland stark beeinflusst und Sakralbauten errichtet, die als Meilensteine der modernen Kirchenarchitektur gelten.
Hoch beeindruckt von der Architektur einer Familie zeigt sich Rezensent Hanno Rauterberg, der ganz offenbar nicht nur die Fotografien der Sakralbauten der Böhms kennt, sondern auch die Bauten und die Personen selbst. Beeindruckt und beeindruckend schreibt er über die 94 Sakralbauten, die in diesem Buch aus drei Generationen Böhm dargestellt sind. Besonders hebt er die Betonbauten der Nachkriegszeit von dem nunmehr 100-jährigen Gottfried Böhm hervor, den Widerspruch zwischen äußerem Brutalismus und innerer Zartheit, ja, Metaphysik. Das Rationale des Bauhaus habe den Gottfried Böhm nie gelockt, vielmehr sei es ihm um die "Kraft des Mystischen und Bergenden" in einem Bau gegangen, darin zeigte er sich einer "organischen Moderne" verpflichtet. Deren Esoterik habe er jedoch nicht mitgemacht, sich lieber auf die Bauten seines Vaters Dominikus bezogen. Und auch seine Söhne, wiederum Architekten in Köln, kommen wieder nach dem Alten, der, so Rauterberg in ungewohnter Sanftheit und den zarten Strich des stillen alten Mannes aus Köln lobend, eben nicht in aller Welt gebaut habe, sondern in "Alfter-Impekoven, Wipperfürth-Hämmern oder Hiltrop-Bergen".
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