Harald Mielsch

Griechische Tiergeschichten in der antiken Kunst

Cover: Griechische Tiergeschichten in der antiken Kunst
Philipp von Zabern Verlag, Mainz 2005
ISBN 9783805335485
Gebunden, 148 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Die Griechen waren genaue Beobachter der sie umgebenden Natur. Neben der Erforschung, die ihren Höhepunkt im Werk des Aristoteles (4. Jh. v. Chr.) hatte, standen auch volkstümliche Erfindungen über die Eigenschaften von Tieren, ihre Jagdmethoden und die Möglichkeiten, sie zu fangen. In diesen reichen Schatz von Erzählungen wurde mit der Ausweitung der griechischen Welt unter Alexander dem Großen auch die Tierwelt Vorderasiens und Nordafrikas einbezogen. Die moderne Forschung hat diejenigen Tiergeschichten - Aussagen über Tiere, die nicht auf Naturbeobachtungen basieren - als Jägerlatein beiseite geschoben und verlegen ignoriert. Schlangenfressende Hirsche, Wächterkraniche, die einen Stein festhalten müssen oder Purpurhühner, die die häusliche Tugend bewachen sollen, Hyänen, die ihre Beute mit ihrem Schatten betäuben oder Tiger, die man nur mit Hilfe gläserner Kugeln fangen kann, werden aber in der antiken Kunst dargestellt und waren Bestandteil der antiken Gedankenwelt. Ihre wechselnde Akzeptanz in der Antike verrät viel über das sich wandelnde Verhältnis des antiken Menschen zur Natur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2006

Fasziniert zeigt sich Rezensentin Julia Voss von diesem Buch über rätselhafte antike Tiergeschichten, die der Archäologe Harald Mielsch anhand von Mosaiken, Reliefs, Buchminiaturen, Teppichen und Fresken untersucht. Überraschend erscheint ihr aber die Schlussfolgerung des Autors, die sonderlichen Tieranekdoten seien ein relativ spätes Produkt der Kultur. So schildere etwa die Spätantike in Wort und Bild das Tierverhalten aus unserer Sicht wunderlicher als der Hellenismus. Voss verweist auf die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten für die bizarre Überlieferung, die Mielsch bietet. Neben der Annahme, die Tierbilder oder Geschichten seien symbolisch, erklärt er nach Auskunft der Rezensentin manche Geschichten auch als Produkt von Missverständnissen bei der Überlieferung. Dabei unterschlage Mielsch keineswegs, dass diese Faktoren letztlich keine ausreichende Erklärung für deren Gestalt liefern.
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