Hans-Ulrich Wehler gibt in diesem Band einen souveränen Überblick über die Geschichte des Nationalismus von den Anfängen bis zu seinen heutigen Erscheinungsformen. Dabei stehen Europa und Nordamerika im Vordergrund, aber der Blick fällt auch auf die Ausprägungen des Nationalismus in der außereuropäischen Welt.
Autor Hans-Ulrich Wehler räumt mit manchem herrschenden Vorurteil darüber auf, wie Nationalismus entsteht und welche Wirkungen er bisher gehabt hat, stellt Rezensent Rudolf Walther angetan fest. Beispielhaft untersuche Wehler die Entwicklung des Nationalismus in den USA und in Deutschland. Für ihn sei die Geschichte des Nationalstaats keine Erfolgsstory, positive Entwicklungen hätten sich nicht wegen, sondern trotz 'nationaler Interessen' ergeben, wohingegen das 'nationale Selbstbestimmungsrecht' zu "Kriegen, Massakern und Vertreibungen" führte. Das alles ist für Walther nachvollziehbar, der die Studie nicht nur inhaltlich spannend, sondern auch "glänzend geschrieben" findet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2002
Überschwänglich preist Gustav Seibt dieses Buch über den Nationalismus, und er hält es für würdig, einen vorderen Platz in einer "Liste der nützlichen Bücher" einzunehmen. Er lobt den Autor für seine "knappe" und "profunde" Darstellung und genießt es, dass Wehler ohne jegliche "propagandistische Schönfärberei" auskommt. Seibt schwärmt von dem Buch als "Musterstück einer historischen Aufklärung" und unterstreicht die gedankliche "Kälte", mit der es dem Autor gelingt, seine treffenden Urteile zu bilden, auch wenn der Rezensent mitunter den Eindruck hat, dass "manche Wertungen zu hart" ausfallen. Insgesamt jedoch legt er das Werk allen begeistert ans Herz, besonders jedoch den "Leitkulturschwaflern und historisch Ahnungslosen".
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