Klappentext
Neuausgabe. Mit einem Nachwort von Anja Kampmann. Roman einer großen Liebe in Zeiten der sexuellen Befreiung Silvester 1999 in Paris. Die siebziger und achtziger Jahre in München. Die Nachkriegszeit in West- und Ostdeutschland. Kunstszene und Literaturbetrieb, unwandelbare Liebe und ausgeflippte Abenteuer. Vor diesem bunten Hintergrund entwirft Hans Pleschinski das Porträt seines lebenslangen Gefährten, eines der letzten Bohemiens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Ein Münchner Galerist wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - von seinem Freund. Dreiundzwanzig Jahre hat die Beziehung bestanden: Jahre bewegter Liebe und künstlerischen Austauschs, Jahre in Luxus und Armut, Jahre der Trauer um die ringsum Sterbenden, Jahre der Angst vor dem eigenen Tod und der unbändigen Lebensfreude. Hans Pleschinskis "Bildnis eines Unsichtbaren" erzählt von der Lebenswirklichkeit einer Generation, die angetreten war, mit den bürgerlichen Tabus zu brechen, und deren neues Selbstbewusstsein durch Aids einen mörderischen Tiefschlag erfuhr.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.06.2026
Thomas Sparr empfiehlt Hans Pleschinskis Roman von 2002 als Medizin gegen das kollektive Vergessen, namentlich das Vergessen der Aids-Epidemie. Wie Pleschinski über die 1980er in München schreibt, über Feiern und Leidenschaften, dann übers Sterben und Übrigbleiben, findet Sparr unsentimental, aber taktvoll. Wie ein Bildungsroman und ein liebevolles Stadt-Porträt erscheint Sparr der Text, der sich von der individuellen Ebene zur Zeitgeschichte aufschwingt, weil er das Schicksal einer Generation spiegelt. Der Beurteilung im Nachwort der Neuausgabe, der Roman sei nicht gealtert, möchte Sparr sich anschließen.
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