Hans-Jürgen Heise

Rangierbahnhof fremden Lebens

Essays über 33 Schlüsselfiguren der Moderne
Cover: Rangierbahnhof fremden Lebens
Wallstein Verlag, Göttingen 2008
ISBN 9783835301627
Gebunden, 387 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Hans-Jürgen Heise hat sein poetisches Schaffen von Anfang an poetologisch begleitet: zunächst als Kritiker und später, zusätzlich, als Essayist.Sein Engagement für Literatur und Poesie wird wesentlich aus Quellen menschenkundlicher Neugier gespeist. Der Autor deutet Schlüsselfiguren der Moderne aus ihrer Persönlichkeit und ihrem Kulturmilieu vor dem Hintergrund der dramatischen globalen Umbrüche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2008

Mit Lob bedenkt Rezensent Martin Krumbholz diesen Essayband von Hans-Jürgen Heise. Er findet darin 33 exzellente Porträts von "Schlüsselfiguren der Moderne", darunter Literaten von Nietzsche bis Beckett sowie die Maler de Chirico und Magritte. Tatsächlich scheint ihm die Auswahl der Protagonisten, die natürlich subjektiv ist, beispielhaft für die Moderne, die er als auf Freud anspielend als "Epoche der Neurosen" kennzeichnet und von allgemeiner Verunsicherung, Überforderung, Zersplitterung, Melancholie und existenziellen Versteckspielen geprägt sieht. Er geht auf einige Porträts näher ein, darunter auf die von Hemingway, Beckett und Pessoa. Wie er berichtet, reicht die Entstehung der Essays bis ins Jahr 1950 zurück. Dabei hebt er hervor, die meisten habe Heise mehrfach überarbeitet und ergänzt, "so dass man es hier mit einem veritablen Lebenswerk zu tun hat".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2008

Essays sind so. Hannelore Schlaffer kann das Provisorische von Hans-Jürgen Heises Annäherung an Lyriker der europäischen Moderne von Celan bis Rimbaud nicht schlecht heißen. Wenn ein Dichter seine Helden ehrt und zu diesem Zweck "tief in die Poetenherzen" hinabblickt, erwartet Schlaffer keine Geschichte der modernen Lyrik. Auf etwas Abwechslung bei der Perspektive und bei der Wortwahl möchte sie allerdings nicht verzichten, Anschaulichkeit hin oder her. Mit der vorliegenden Auswahl der einmal als Zeitungs-, Zeitschriftenartikel oder Vor- und Nachwort konzipierten Texte aus den 70ern bis heute ist die Rezensentin unterfordert. Eine redaktionelle Überarbeitung, findet sie, hätte den Band um manche Wiederholung erleichtert.
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