Hans-Jürgen Heise hat sein poetisches Schaffen von Anfang an poetologisch begleitet: zunächst als Kritiker und später, zusätzlich, als Essayist.Sein Engagement für Literatur und Poesie wird wesentlich aus Quellen menschenkundlicher Neugier gespeist. Der Autor deutet Schlüsselfiguren der Moderne aus ihrer Persönlichkeit und ihrem Kulturmilieu vor dem Hintergrund der dramatischen globalen Umbrüche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2008
Mit Lob bedenkt Rezensent Martin Krumbholz diesen Essayband von Hans-Jürgen Heise. Er findet darin 33 exzellente Porträts von "Schlüsselfiguren der Moderne", darunter Literaten von Nietzsche bis Beckett sowie die Maler de Chirico und Magritte. Tatsächlich scheint ihm die Auswahl der Protagonisten, die natürlich subjektiv ist, beispielhaft für die Moderne, die er als auf Freud anspielend als "Epoche der Neurosen" kennzeichnet und von allgemeiner Verunsicherung, Überforderung, Zersplitterung, Melancholie und existenziellen Versteckspielen geprägt sieht. Er geht auf einige Porträts näher ein, darunter auf die von Hemingway, Beckett und Pessoa. Wie er berichtet, reicht die Entstehung der Essays bis ins Jahr 1950 zurück. Dabei hebt er hervor, die meisten habe Heise mehrfach überarbeitet und ergänzt, "so dass man es hier mit einem veritablen Lebenswerk zu tun hat".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2008
Essays sind so. Hannelore Schlaffer kann das Provisorische von Hans-Jürgen Heises Annäherung an Lyriker der europäischen Moderne von Celan bis Rimbaud nicht schlecht heißen. Wenn ein Dichter seine Helden ehrt und zu diesem Zweck "tief in die Poetenherzen" hinabblickt, erwartet Schlaffer keine Geschichte der modernen Lyrik. Auf etwas Abwechslung bei der Perspektive und bei der Wortwahl möchte sie allerdings nicht verzichten, Anschaulichkeit hin oder her. Mit der vorliegenden Auswahl der einmal als Zeitungs-, Zeitschriftenartikel oder Vor- und Nachwort konzipierten Texte aus den 70ern bis heute ist die Rezensentin unterfordert. Eine redaktionelle Überarbeitung, findet sie, hätte den Band um manche Wiederholung erleichtert.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…