"An mir ist fast alles zufällig." Ob im Labor oder im Schreibvorgang, in der künstlerischen Forschung oder im Leben - das Experiment steht im Zentrum der zwischen Wissenschaftsgeschichte und wissenschaftlicher Biografie pendelnden Gespräche mit Hans-Jörg Rheinberger. In ausführlichen Interviews spricht der Wissenschaftshistoriker über den Menschen und seine Gene, über das Schreiben des Historikers, über Derrida im Labor und wie das genau ist mit der Neugier in der Wissenschaft. Welche Rolle spielen Planung und Zufall in der Forschungsarbeit, wie verhält es sich mit Leidenschaft und Glücksempfinden? Und warum ist ausgerechnet das Geheimnis das schönste Motiv für Forschung?
Meist eher an entlegenen Orten publiziert, können die Gespräche in dieser Zusammenstellung als ein Projekt wahrgenommen werden, das sich über mehrere Jahre erstreckt und selbst Experimentalcharakter hat. So werden die Bezugspunkte sichtbar, die sie vereinen, aber auch, was sie in Spannung zueinander hält.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2018
Urs Hafner wird ganz schön ernüchtert durch die Lektüre von Hans-Jörg Rheinbergers Buch. Was der Wissenschaftstheoretiker hier über die Wissenschaften und ihre Arbeitsweisen zu berichten weiß, nimmt Hafner jeglichen Optimismus. Auch wenn die Forschung unter Einfluss des Antriebs der ForscherInnen durchaus zu Fortschritten imstande wäre, wie der Autor laut Hafner einräumt, der vom Forschungsmanagement bestimmte Alltag in den Laboren, wie Rheinberger ihn schildert, ist doch vor allem geprägt von Nichtwissen. Das ergeben die im Buch versammelten Interviews, erklärt Hafner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2018
Joachim Müller-Jung liest die 13 hier versammelten Gespräche mit Hans-Jörg Rheinberger als spielerische, mit biografischen Einsprengseln versehene, lebendig frische Ergänzung zum wissenschaftsphilosophischen Werk des Autors. Die Gespräche behandeln laut Rezensent Begriffe wie Neugier und Gene oder die Bedeutung des Zufalls und rufen in Erinnung, dass sich Wissenschaft immer auch im realen Leben zu bewähren hat. Die Sammlung lässt den Rezensenten erkennen, wie Rheinberger den Forschungsprozess in der historischen Perspektive deutet.
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