Hanns Zischler

Lady Earl Grey

Cover: Lady Earl Grey
Arche Verlag, Hamburg - Zürich 2012
ISBN 9783716026762
Gebunden, 64 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Mit Zeichnungen von Hanno Rink. An einem kalten, klaren Wintermorgen sitzt sie plötzlich auf der roten Stiege zur Bibliothek: Lady Earl Grey. Die Treppenmaus zeigt dem Hausbesitzer Russla ihr angekokeltes Schwänzchen und trägt eine bittere Beschwerde vor: Gerade hatte sie es sich im Kamin zwischen den Holzscheiten bequem gemacht, da ging ihr Heim in Flammen auf. Nur mit knapper Not ist Lady Earl Grey der Feuersbrunst entkommen und seitdem obdachlos. Zwischen Russla und der Treppenmaus entspinnt sich ein hintersinniges Gespräch über das Geschlecht und die Geschichte der Greys, über Ururgroßmutter Rosalin Duchess of First Flush, die in einem Haus im Haus gehaust hat, über Lady Earl Greys Stiefmutter, die Duchess of Darjeeling, über den Kater Rotpeter, den Scherenschleifer und über das Leben und das Lesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2012

Nach der Lektüre von "Lady Earl Grey" weiß Rezensent Andreas Platthaus einmal mehr, dass der Schauspieler Hanns Zischler auch ein talentierter Schriftsteller ist. In Zischlers Erzählung, die dem Kritiker als Märchen, Parabel und Satire erscheint und ihn zugleich an Montesquieus "Lettres persanes" erinnert, begegnet ihm der an den Autor selbst angelehnte Herr Russla, der eines Morgens auf eine Maus trifft, die sich leicht überheblich als letzte Überlebende eines alten Adelsgeschlechts mit dem Namen "Lady Earl Grey" vorstellt. Amüsiert folgt Platthaus den gelehrten Literatur-Gesprächen zwischen dem Ich-Erzähler und der Maus, die ihre Vorliebe für Bücher mit dem Satz "Nur wer es frisst, behält es auch" begründet. Leider muss der Kritiker allerdings gestehen, dass die großzügig abgedruckten Bilder des eigentlich "virtuosen" Illustrators Hanno Rink neben der ebenso eleganten wie brillanten Erzählung Zischlers verblassen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.06.2012

Fritz Göttler hat sich gern auf diese spielerische, märchenhafte Plauderei zwischen der Maus Lady Earl Grey und dem Herrn des Hauses, dem sie an einem Wintermorgen auf der Treppe begegnet, eingelassen, wie man merken kann. Zischlers innige Beziehung zu Kafka und Joyce lässt sich diesem mit Klatsch aus den besten Kreisen und genüsslicher "Bildungshuberei" aufwartenden Band genauso anmerken, wie die intensive Beschäftigung der Maus mit der Bibliothek des Hausherrn, so der Rezensent amüsiert. Für den Rezensenten hat dieser Prosatext das Flair eines "klaren Wintermorgens" und die Lektüre hat ihn offenkundig erfreut.
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