Aus dem Französischen von Iris Konopik. Madame Portefeux, die Arabischübersetzerin mit den Patience-blauen Augen, führt ein Scheißleben. Die Kohle ist knapp, die alte Mutter liegt im Sterben, die Welt biegt sich vor Ungerechtigkeit. Dann tut sich unverhofft eine Chance auf, die einfach ergriffen werden muss. Und alles wird anders. Was passiert, wenn eine von Verantwortung und Geldsorgen zermürbte französische Mittfünfzigerin beschließt, dem Kapitalismus mit seinen eigenen Waffen zu begegnen? Eine scharfe Bestandsaufnahme mit bösem Witz und schamlosen Ausfällen gegen ein selbstherrliches, durch und durch verlogenes System.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2020
Rezensent Hannes Hintermeier reibt sich die Hände vor Vergnügen über Hannelore Cayres Roman "Die Alte", der politisch inkorrekt, selbstironisch und ein wenig staatsverdrossen von einer Übersetzerin erzählt, die ihren Job bei Gericht nutzt, um in den Drogenhandel einzusteigen. Hintermeier scheint ziemlich beeindruckt von der französischen Autorin zu sein, die selbst als Strafverteidigerin für die Rechte von Migrant*innen arbeitet und ihre Berufserfahrungen dem Rezensenten zufolge in "Die Alte" einfließen lässt. Gut gefällt Hintermeier nicht nur, wie Cayre das Thema Herkunft in den Roman arbeitet - die Chancenlosigkeit der Araber in Frankreich, das Trauma der Juden, die Erfahrungen der Pieds-Noirs -, sondern auch dass sie eine Protagonistin zeichnet, die nicht wie eine Superheldin agiere, sondern "selbstbewusst, intelligent und altersgerecht".
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