Herausgegeben von Siegmar Schmidt, Gunther Hellmann und Reinhard Wolf. Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus hat sich die weltpolitische Lage grundlegend verändert und es ist auch für die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland eine vollkommen veränderte Situation entstanden. In diesem Handbuch wird erstmals wieder eine Gesamtschau der deutschen Außenpolitik vorgelegt. Dabei werden die Kontinuitäten und Brüche seit 1989 sowohl für den Wissenschaftler als auch den politisch interessierten Leser umfassend dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2007
Anerkennend äußert sich Rezensent Gregor Schöllgen über das vorliegende "Handbuch zur deutschen Außenpolitik", auch wenn er durchaus Kritik anzubringen weiß. Der umfangreiche, fast 1000 Seiten umfassende, systematisch angelegte Band will in 65 Beiträgen einen Überblick über die deutsche Außenpolitik vermitteln, ein Vorhaben, das Schöllgen als echte Herausforderung ansieht. Insgesamt scheint ihm das Unternehmen gelungen. Viele der Beiträge gewähren seines Erachtens einen ausgezeichneten Einblick in die "Schlüsselthemen der auswärtigen Beziehungen." Allerdings hält er die Auswahl der behandelten Staaten und Regionen für fragwürdig. Dass etwa Taiwan, Pakistan, Kanada und Australien überhaupt nicht vorkommen und Lateinamerika gerade mal auf 14 Seiten abgehandelt wird, ist für ihn nicht plausibel. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die historische Tiefe der Beiträge. Zu seinem Bedauern bilden die vorbildlichen Beiträge über den "Zwei-plus-Vier-Vertrag", die transatlantischen Beziehungen oder Israel die Ausnahme in dieser Hinsicht. Dafür bietet der Band zahlreiche Versuche, "die sperrige historisch-politische Wirklichkeit in das Korsett realitätsferner Theorien zu zwängen". Auf diese hätte der Rezensent gern verzichtet.
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