Herausgegeben von Hubert Cancik, Burkhard Gladigow, Karl-Heinz Kohl. Band 1: Systematischer Teil. Alphabetischer Teil: Aberglaube - Antisemitismus. Band 2: Apokalyptik - Geschichte. Band 3: Gesetz - Kult. Band 4: Kultbild - Rolle. Band 5: Säkularisierung - Zwischenwesen. Register. Das Handbuch enthält eine theoretisch begründete und wissenschaftspraktische Trennung religiöser und religionswissenschaftlicher Begriffe, eine ausführliche Darstellung der Teildisziplinen der Religionswissenschaft und ihrer führenden Vertreter und im systematischen Teil eine vergleichende Wissenschaftsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2002
Friedrich Wilhelm Graf kann sich nicht so recht entscheiden, wie er zum "Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe" stehen soll, von dem jetzt der fünfte und letzte Teil fertig wurde. Lobesworte für "brillante, methodisch sensible Texte" und ein "eindrucksvolles Gesamtkunstwerk" mit einem "faszinierend breitem Spektrum" der Stichwörter stehen Äußerungen gegenüber, die ahnen lassen, dass der Rezensent so zufrieden anscheinend doch nicht ist: Angesichts des weit zurück liegenden Entstehungsbeginns (1988 erschien der erste Band!) stört beim nun vollständigen Handbuch (inklusive Lemma und Register) nämlich eine unschöne und immerhin entscheidende Eigenschaft: Es ist nicht mehr sehr aktuell. Zudem konstatiert Graf in Bezug auf das Gesamtwerk "methodische Naivität" in den Überblicksartikeln oder findet "gravierende Fehler" in den "Personenartikelchen". "Dumpfe Modernitätsfeindschaft" stößt ihm im Kapitel zur Religionsethnologie auf. Kurzum: Das Handbuch verlangte unbedingt einen kritischen Leser, der dann durchaus viel "über die reiche Vielfalt von Versuchen" lernen könne, "sich der Religion rational deutend zu bemächtigen".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2002
Das Handbuch, dessen erster Band vor fast 15 Jahren erschien, ist mit dem nun veröffentlichten fünften Band vollständig. Seine Konzeption liegt bald 25 Jahre zurück, was man auch merkt (an Überschriften wie "Arbeit" oder "Klassengesellschaft"), wie der Rezensent Fritz Graf feststellt, ein Fehler aber ist das seiner Meinung nach kaum. Ganz entschiedene Sympathie hat er für die grundsätzliche Entscheidung der Herausgeber, sich außerhalb der Theologie zu positionieren und sich methodisch anthropologisch und sozialwissenschaftlich zu orientieren. Strukturiert ist das Werk hierarchisch: man hat 66 zentrale "Grundbegriffe" ausgewählt, denen umfangreiche Einträge gewidmet werden. Jedoch auch die Informationen zu den als weniger bedeutend eingeschätzten Begriffen geraten ausführlich und, so Graf, fast immer auch "theoretisch glänzend fundiert". Alles in allem also ein "imposantes" Werk, das allen Interessierten Nutzen verspricht: dem Experten ebenso wie dem Laien.
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