Wie köstlich die Freiheit duften kann und wie sehr das Unrecht zum Himmel stinken - Günther Schwarberg erzählt aus seinem Leben und darin von den vielen Facetten deutscher Nachkriegsgeschichte im langen Schatten des Nationalsozialismus. Pointiert wie nur wenige Zeitzeugen fasst Schwarberg erlebte Geschichte in spannende Berichte. Er schreibt über Begegnungen mit Berühmten, Berüchtigten und den vielen Namenlosen, denen er Gesichter gab, indem er ihre Schicksale öffentlich machte: Opfer der Nazizeit, jüdische Überlebende, Menschen, denen im braunen und im demokratischen Deutschland Gerechtigkeit verwehrt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 06.12.2007
Mit großer Emphase legt Rezensent Tilmann Bendikowski dieses Erinnerungsbuch des berühmten Reporters den Lesern ans Herz. Wer mal einen anderen Blick auf die Entwicklung der Adenauerrepublik nach dem Krieg werfen wolle, der sei hier genau richtig. Ausgesprochen meinungsfreudig mache Günter Schwarberg hier noch einmal einen Parcours durch das Nachkriegsdeutschland, und erzähle gleichzeitig seine "ganz eigene Geschichte", die 1933 beginne, als Hitler sich in Günter Schwarbergs Leben eingemischt habe. Auch als Dokument einer linken Perspektive auf Entstehung und Etablierung der BRD findet der Rezensent das Buch bedeutsam. Die leidenschaftlich abrechnende Beschreibung der Nachwehen des Dritten Reiches im neuen Nachkriegsstaat gehört für Bendikowski zu den Highlights des Buchs, das er außerdem auch als Geschichte des Reporterberufs empfehlenswert findet.
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