Otto Neurath war eines "der am meisten vernachlässigten Genies des 20. Jahrhunderts", so der amerikanische Kulturhistoriker William Johnston. Was und wer Otto Neurath (1882 bis 1945) wirklich war, das beantwortet der Historiker Günther Sandner in der ersten umfassenden Biografie über den vielseitigen Ökonomen, der auch als Aufklärer, Sozialist, Utopist, als prägender Graphikdesigner, Museumsdirektor, Filmemacher wirkte und als der "witzigste Mann von Wien" galt. Zusammengehalten wurden diese Teile seines Lebens von seinem politischen Engagement. Mit seinen Piktogrammen, die Neurath im Exil weiterentwickelte, hinterließ dieser unorthodoxe Intellektuelle der Nachwelt eine bis heute internationale Bildsprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2014
Hans Bernhard Schmid lernt aus Günther Sandners politischer Biografie über den Philosophen Otto Neurath nicht nur, wie heiter und begabt Neurath war, sondern auch, wie dessen vielseitige Interessen im politischen Engagement dieses führenden Kopfes des Wiener Kreises zusammenlaufen. Darüber hinaus eröffnet die "flüssig" geschriebene Lebensgeschichte des Historikers und Politikwissenschaftlers Sandner dem Rezensenten, wie sich Neuraths "Einheitswissenschaft" als enzyklopädisches und demokratisches Projekt verstehen lässt. Eine Einsicht, über die laut Schmid weder die Neurath kritisch gegenüberstehende Frankfurter Schule noch Neurath selbst verfügten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014
Gründlich bearbeitet und gut geschrieben findet Helmut Mayer diese politische Biografie über den österreichischen Nationalökonomen Otto Neurath von Günther Sandner. Der Lebens- und Schaffensweg Neuraths scheint Mayer ohnehin abwechslungsreich und erkenntnisbringend genug. Auf die biografische Zusammenschau von Leben und Werk hat er lange gewartet. Das Buch besticht für ihn durch einen Blick auf Neuraths Weg zwischen politischer Distanznahme für einen möglichst objektiven Standpunkt einerseits und seiner anti-bürgerlichen Parteinahme andererseits. Bemerkenswert scheint Mayer auch die erstmalige Auswertung einiger Quellen und die Herausarbeitung von Neuraths buchstäblich herausragender Rolle im Wiener Kreis.
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