Die 68er-Studentenrevolte hat in die 70er Jahre hineingestrahlt, ist da erst richtig wirksam geworden, nicht zuletzt in der Literatur und im Literaturbetrieb. War das damals tatsächlich eine gravierende Umwälzung oder nur der übliche Aufstand der Jungen gegen die Alten beziehungsweise lediglich ein spontaner Aufbruch gegen den eingefahrenen "Betrieb"? Wir stellen diese Fragen 40 Jahre nach den "Gegenbuchmessen" und dem Kampf der "kleinen Bertelsmänner" gegen das etablierte Verlagswesen noch einmal, wollen von den damaligen Protagonisten der "Gegenkultur" wissen, wie sie jene Zeiten erlebt haben, welches für sie die bestimmenden Momente waren und was von all dem für sie bis heute nachwirkt.Inhaltlich sollte es in den erbetenen Beiträgen um das Subjektive gehen, die persönliche Perspektive, also keine Beiträge über Dritte, sondern eine Darstellung des eigenen Tuns (natürlich mit Bezug auf diese "Dritten"): Warum, mit wem, zu welchem "Endzweck", was daraus geworden ist usw. Also quasi lauter Einzel-Autobiographien, die die Zeit von Ende der 1960er bis Ende 1970 schwerpunktmäßig umfassen sollten. Und natürlich wie es danach weiterging.
Frank Schäfer wird ganz wehmütig beim Lesen des von Peter Engel und Günther Emig herausgegebenen Bandes über ein fast vergessenes Jahrzehnt der deutschen Literatur. Scfäfer erfährt zum Beispiel, dass die siebziger Jahre die Zeit der Raubdrucker und Minipressen waren und wie stark der Aufbruchsgeist. Der "elitären Literaturhistorie" möchte er das Buch gern schenken. Wie Derschau, Thenio, Karsunke und Co. sich roh, aber nicht unpoetisch den profanen Dingen annahmen, scheint ihm weiterhin spannend, dem Verächter jener Jahre, Michael Braun, zum Trotz.
Helmut Böttiger taucht ein in die Subkultur der Siebziger mit dem von Peter Engel und Günther Emig herausgegebenen Band mit Beiträgen von Protagonisten der Szene. Das Buch liest sich für ihn wie eine "kollektive Autobiografie" von Alltagslyrikern, Impresarios, Zeitschriften- und Galeriemachern. Vor allem an die quirlige Magazinszene mit "Ulcus-Molle" und "Nachtcafé" lässt sich Böttiger gern erinnern. Ein spannendes Panorama, findet er, das die libertäre Szene Westberlins und Münchens ebenso vermittelt wie den damaligen Aufbruchsgeist und die Verbitterung über den Lauf der Zeit. Das Subjektive und Rohe der Texte stört Böttiger nicht.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…