Gudrun Seidenauer

Aufgetrennte Tage

Roman
Cover: Aufgetrennte Tage
Residenz Verlag, St. Pölten-Salzburg 2009
ISBN 9783701715145
Gebunden, 264 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Hermann ist tot, jetzt weiß sie es wieder ganz genau. Mariannes Mann ist über die Treppe gestürzt und hat sich das Genick gebrochen, ein Unfall. Sie weiß genau, wann das war: Sie hat es sich auf einem Zettel notiert, um es nicht zu vergessen, wie sie manchmal auf das Mittagessen vergisst oder den Namen der Nachbarin oder ihre Tabletten. Marianne hat Alzheimer, sie verliert ihr Gedächtnis, nun hat sie auch noch ihren Mann verloren. Sie weint, weil sie weiß, dass es zu spät ist, obwohl er tot ist. Ein Unfall? Friederike, Mariannes Tochter, hat Zweifel. Ist ihre Mutter zur Mörderin geworden, um sich zu befreien? Während sich Friederike durch den Tod ihres Vaters dazu gezwungen sieht, sich ihrer Mutter zu stellen, weicht diese immer weiter zurück: in eine Vergangenheit, in der sie noch Kind war und noch keine Taschen und Zettel brauchte, um nicht zu vergessen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2010

Für Maria Frise ist diese Familiengeschichte mehr als eine Talentprobe. Wie die junge Autorin Gudrun Seidenauer das komplizierte Geflecht familiärer Beziehungen beschreibt, als Selbsterforschung, Sprachlosigkeit, Mitleid schließlich mit der eigenen Mutter und ihrer unglücklichen Ehe, mit der Distanz einer Chronistin zunächst und dann in monologischer Form durch die Figur der Tochter, das hat die Rezensentin schwer beeindruckt. Um so mehr, als über die von Freudlosigkeit bestimmten Lebensgeschichten in diesem Buch nicht abgerechnet wird.
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