Aus dem Englischen von Peter Torberg. Mit Fotographien von Grey Owl. "Pfade in der Wildnis" ist das erste Buch eines Mannes, dessen kindlicher Wunsch, Indianer zu werden, so groß war, dass er es tatsächlich wurde. Er erzählt von den Wundern der Tier- und Pflanzenwelt und von einem ganzen Kosmos, der des Menschen nicht bedarf und doch von der Zivilisation bedroht ist. Grey Owl führt uns in seinen Geschichten und Episoden in das Leben der kanadischen Trapper, der Fallensteller und Wildtierjäger in der Wildnis, jenseits der "Front", der äußersten Grenze der menschlichen Besiedelung. Es ist eine Welt, in der allein die Gesetze der Natur Gültigkeit haben, fernab der Zivilisation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2020
Rezensent Kai Sina hat seine Probleme mit dieser ersten deutschen Ausgabe von Grey Owls Nature-Writing-Klassiker. Im Jahre 1888 als Archibald Belaney in England geboren zog Owl im Alter von siebzehn Jahre nach Kanada. Erst nach seinem Tod kam heraus, dass der Mann, der unter dem Pseudonym Grey Owl berühmt wurde, keineswegs wie behauptet Sohn einer Apachenmutter und eines schottischen Vaters war, klärt der Kritiker auf. Leider reicht dem Verlag ein beigefügter Zettel für die Hintergrundinformationen, klagt Sina, der gern auch etwas zur kritischen Einordnung des Textes oder zum Aspekt der kulturellen Appropriation gelesen hätte. Den "Sound des modernen Antimodernismus" und manch "in Pathos getränkte Männerfantasie" bei Seite gelassen, entdeckt der Rezensent dann aber doch lesenswerte Passagen in dem Band, etwa wenn ihm der Autor vom Trapperleben erzählt oder "intime Charakterstudien" der beobachteten Tiere verfasst. Über die Ökonomisierung der Natur liest Sina hier auch, die Vorstellungswelt des Abendlandes verlässt der Autor allerdings auch als "Grey Owl" nicht, schließt der Kritiker.
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