Golo Maurer

Rom

Stadt fürs Leben
Cover: Rom
Rowohlt Verlag, Hamburg 2024
ISBN 9783498003807
Gebunden, 336 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen schwarz-weiß-Abbildungen. Schön ist es, von Rom zu träumen - aber wie wäre es, dort zu leben? Golo Maurer hat sich genau dazu entschlossen, und er zeigt die Stadt und das römische Leben, fern touristischer Pfade und aus eigener täglicher Erfahrung. Dabei führt der Weg durch sämtliche quartieri und über die berühmten sieben Hügel, am Tiber entlang und ins Gewimmel der Gassen. Was Zugezogene wissen sollten: dass casa weder nur "Wohnung" noch notwendig "Haus" bedeutet; worauf zu achten ist, damit die Spaghetti Vongole so betörend schmecken, wie sie es hier im besten Fall tun; was man über die italienische Politik erfährt, wenn man dem Taxifahrer aufmerksam lauscht. Und damit beginnt schon die Initiation in die römische Lebensart, zu der die Kunst des Fluchens ebenso gehört wie das si sta bene, das die Mentalität der Italiener auf unvergleichliche Weise ausdrückt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2024

Der Kunsthistoriker Golo Maurer hat ein Buch über Rom geschrieben, die Stadt, in der er lebt und die er liebt, nicht überraschend also. Aber Maurer führt nicht zu den Hotspots, sondern in die Viertel, wo die Römer leben, erklärt Rezensent Andreas Rossmann, der das Buch mal mehr, mal weniger gern gelesen hat. Durchaus angetan lässt er sich von dem Autor durch Prati, San Lorenzo, Trastevere, Monteverde oder Garbatella führen, lauscht den mitunter abschweifenden Beschreibungen von Straßen, Plätzen und Verkehr, lernt,  welche Trattorien vorzuziehen sind und liest allerhand über Zuständigkeiten der Polizei, rechtsradikale Taxifahrer oder das italienische Pressewesen. Analytisch und lebendig schreibt Maurer über die Gentrifizierung, mitunter gerät dem Kritiker der Streifzug aber zu "beliebig". Anderes scheint dem Rezensenten gar "fragwürdig", etwa wenn Maurer den italienischen Fußball am liebsten verbieten möchte oder "populäre Vorurteile" etwa über Schwarzbauten bekräftigt. Die Leidenschaft des Autors für die Stadt erkennt der Kritiker durchaus, auch "originelle Beobachtungen" nimmt er mit. Aber auf manche "Eitelkeit" hätte Rossmann gern verzichtet - und ein ordentliches Lektorat hätte dem Buch auch gut angestanden, findet er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2024

In diesem "unorthodoxen" Reiseführer gibt es keine Geheimtipps und keine Monumente, erklärt Rezensent Florian Eichel. Der Kunsthistoriker Golo Maurer, selbst seit Jahrzehnten in Rom lebend, führt die Leser vielmehr durch den Alltag der Stadt, den er laut Eichel geradezu hymnisch besingt. Das ist manchmal etwas gestrig in seinen Beobachtungen - vor allem zur italienischen und deutschen Frau -, aber Maurer befördert auch viele Schätze zu Tage, versichert der Kritiker.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Anne Carson. Rot - Zwei Romane in Versen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2019.Anne Carson: Rot
Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…
Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Anne Carson. Der bittersüße Eros. Turia und Kant Verlag, Wien, 2020.Anne Carson: Der bittersüße Eros
Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…