Der Bundestag im Reichstag. Wird wilhelminisches Säbelrasseln wieder salonfähig? Nach jahrzehntelangem Schattendasein vor der Berliner Mauer ist der Reichstag nun Sitz des deutschen Bundestages und zugleich ein Kristallisationspunkt deutschen Selbstverständnisses. Aber der Reichstag stand nicht allein: Das Deutsche Kaiserreich hat eine Fülle von offiziellen Bauten errichtet, die hier erstmals in Wort und Bild vorgestellt werden. Mit ihnen hat sich das junge Deutsche Reich dargestellt. Welche Antwort fand die junge Nation, gab es einen "Reichsbaustil"? Diese Frage wird anhand von bisher unbekannten Quellen untersucht. Zugleich wird die Bedeutung der "Reichsbauten" im Prozeß deutscher Identitätsfindung ausführlich diskutiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2000
Besonders lobt der Rezensent mit dem Kürzel jtz. in einer Kurzkritik das Fragezeichen im Titel des Bandes. Denn er zeige, dass trotz allen Ringens um eine nationale Architektur in der Zeit des Deutschen Reichs bis 1918 kein wirklich verbindlicher Stil gefunden wurde. Die repräsentative Architektur des Reiches habe zwischen Neorenaissance, Neobarock und Neoromanik geschwankt. Der Rezensent betont, dass sich der Band in seinem Überblick keineswegs auf Berlin beschränkt, sondern auch Städte wie Straßburg und andere einbezieht, wo regionale Einflüsse hinzugekommen seien.
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