Gilles Leroy

Zola Jackson

Roman
Cover: Zola Jackson
Kein und Aber Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783036955858
Gebunden, 176 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Xenia Osthelder. New Orleans, August 2005: Der Hurrikan Katrina versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Wer irgend kann, verlässt die Stadt und bringt sich andernorts in Sicherheit. Nur die pensionierte Lehrerin Zola Jackson ist fest entschlossen, der Gefahr zu trotzen und in ihrem Haus auszuharren. Als dann die Deiche brechen und riesige Wassermassen die Stadt überschwemmen, droht auch Zolas Haus von der Flut mitgerissen zu werden. Doch während der Pegel von Stunde zu Stunde steigt und die letzten Nachbarn über Rettungsboote die Flucht ergreifen, bleibt Zola standhaft: Ohne ihren geliebten Hund, den sie von ihrem verstorbenen Sohn Caryl geschenkt bekam, wird sie ihr Haus nicht verlassen. Aber wird sie tatsächlich bis zum Schluss durchhalten? Wird sie ihren Entschluss am Ende gar mit dem eigenen Leben bezahlen? Oder wird sie in letzter Sekunde doch noch nachgeben?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2011

Mit großer Anteilnahme hat Rezensent Daniel Haas Gilles Leroys Roman "Zola Jackson" gelesen. Für ihn sticht die Schilderung dieses Einzelschicksals aus den bereits zum Klischee geronnenen Berichten über erschöpfte Obdachlose nach dem Hurrikan "Katrina" in New Orleans heraus. Empathisch erzähle der Goncourt-Preisträger die Geschichte einer sechzigjährigen Afroamerikanerin, die sich in ihrem Haus verschanzt und von dort lakonisch die PR-Aktionen diverser Prominenter und die verspäteten Hilfsangebote der amerikanischen Regierung kommentiert. Doch Vor allem zeichnet sich Leroys Buch für Haas durch die scharf gezeichnete Biografie seiner Protagonistin aus: Wie sie ihren hochbegabten Sohn alleine groß zieht, lernt, mit seinem weißen Liebhaber umzugehen und nach dem Krebstod des Sohnes von keiner Katastrophe mehr erschüttert werden kann, hat den Rezensenten tief berührt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2011

Als ein "Kammerspiel der Katastrophe" hat Rezensentin Cornelia Fiedler diesen Katrina-Roman des französischen Autors und Goncourt-Preisträgers Gilles Leroy gelesen. Er erzählt von der pensionierten Lehrerin Zola Jackson, die sich in ihrer Bitterkeit ebenso gegen die Welt verbarrikadiert wie beim Ansteigen der Fluten in New Orleans in ihrem Haus gegen alle Rettungsversuche. Je länger Fiedler den lebensmüden, manchmal zynischen, manchmal todtraurigen Tiraden der Frau folgte, umso mehr Verständnis empfand sie für sie, auch wenn Fiedler zugeben muss, dass Zolas Monologe dem Autor mitunter etwas zu kunstvoll geraten sind. Allerdings stellt die Rezensentin auch klar, dass diese starrköpfige Figur keine Nähe oder Identifikation zulässt: Der Leser bleibt auf Distanz wie der CNN-Hubschrauber.
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