Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Furio Guerri, Handelsvertreter, führt ein Leben, um das ihn viele beneiden: Er hat eine schöne Frau, ein schmuckes Reihenhaus und eine wunderbare kleine Tochter. Doch als er Anzeichen entdeckt, dass seine Frau ihn betrügt, zerstört er in einem Anfall von Raserei das Familienglück. Er muss ins Gefängnis, jeder Kontakt zu seiner Tochter ist strengstens verboten. Zehn Jahre später versucht Furio wieder im Leben Fuß zu fassen. Seine 16-jährige Tochter ist das Einzige, was ihm noch etwas bedeutet. Er entdeckt sie im Internet in einem Chatroom und nimmt unter fremder Identität mit ihr Kontakt auf. Doch er ahnt nicht, was aus seiner Tochter inzwischen geworden ist und auf was für ein riskantes Spiel er sich einlässt…
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.08.2013
Als bitteres, böses Buch über das heutige Italien hat Sylvia Staude diesen Krimi von Giampaolo Simi gelesen, der in drastischem Ton von einem ausgesprochen unangenehmen Mann erzählt. Es ist Furio Guerri, Vater des jungen Mädchens, mit dem er nur noch aus der Ferne und in Chatrooms in Kontakt kommt, Mörder seiner Frau und Kind seiner Zeit. Je mehr Staude liest, umso mehr Verständnis hat sie für das Ekel gewonnen und hinter dem Monster schließlich einen liebenden Vater entdeckt, den die Arbeitswelt kaputt gemacht hat.
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