Aus dem Amerikanischen von Michael Mundhenk. "Es ist schon sehr komisch mit dem Geld", schreibt Gertrude Stein in einem der fünf kurzen Prosatexte, die 1936 in der 'Saturday Evening Post' erstmals veröffentlicht wurden. "Was die Menschen von den Tieren utnerscheidet ist Geld. Alle Tiere haben die gleichen Grefühle und die gleichen Gewohnheiten wie Menschen ... Aber was kein Tier kann ist zählen, und was kein Tier kennt ist Geld."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2005
In Zeiten von Hartz IV und scheiternder "Ich-Ags" findet Michael Schmitt Gertrude Steins drei Briefe an die "Saturday Evening Post" über das Wesen des Geldes von 1936 hochaktuell. "Ist Geld nun Geld oder ist Geld nun nicht Geld", zitert Schmitt die berühmte Frage, die er von der Schriftstellerin am Beispiel des bankrotten Familienvaters erläutert sieht, der so eine ganz andere Auffassung vom Wesen des Geldes haben dürfte als etwa ein Politiker, der nur "runde Summen" zu verwalten hat. Stein nimmt die "unterschiedlichen Grundrechenarten", die zum Einsatz kommen wenn es um Geld geht, "nebst ihrer rhetorischen Einkleidungen spielerisch" auseinander, lobt Schmitt anerkennend in seiner kurzen Rezension.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2004
Auch wenn es knapp 70 Jahre her ist, dass Gertrude Stein diese fünf kurzen Zeitungsartikel zum Thema Geld verfasst hat: Der Rezensent mit dem Kürzel "mtt" ist beeindruckt von der Aktualität der Texte, die seiner Meinung nach als "ausgezeichnetes Antidepressivum für alle fußkranken Mitläufer der vielbeschworenen Globalisierung" funktionieren. Auch wenn eine kritische Sicht von Geld dominiert, fügt sich Steins Sicht der Dinge nicht in bestehende Ideologien ein. Sie ist "weder sozialdemokratisch noch neoliberal, sondern vor allem frech und respektlos". Auch stilistisch gefallen Steins Texte dem Rezensenten: Sie wirken beiläufig und sind doch "ganz genau zurechtgeschliffen".
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