Gert Heidenreich

Schweigekind

Roman
Cover: Schweigekind
Transit Buchverlag, Berlin 2018
ISBN 9783887473617
Gebunden, 220 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Der Psychotherapeut Hans Sahlfeldt beschuldigt sich selbst, in geistig verwirrtem Zustand einen Mann getötet und verbrannt zu haben. Noch während der Nachforschungen begibt er sich zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik. Die therapeutischen Gespräche dort führen zurück in die Vergangenheit. Eines Abends war eine mysteriöse Frau in Sahlfeldts Praxis aufgetaucht und hatte ihn um Hilfe gebeten: Ihre Tochter Hanna schweige seit dem achten Geburtstag. In den Wochen nach dem ersten Treffen entsteht eine vorsichtige, für ihn vielleicht letzte Liebe. Er ahnt, dass das Schweigen der Tochter mit der Lebensgeschichte der Mutter zusammenhängt, doch die gibt ihr Geheimnis nicht preis. Eines Tages ist sie verschwunden. Sie hinterlässt Sahlfeldt Briefe, die sie an ihn geschrieben, aber nie abgeschickt hatte - und aus ihnen erfährt er die wahre Geschichte des Schweigekinds, die auch in seine eigene Kindheit und hinter die Fassaden der kleinstädtischen Idylle führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2018

Gute, gehobene Unterhaltung bekommt Christian Metz mit Gert Heidenreichs Roman, in dem er Psychokrimi und Liebesgeschichte in einem sieht. Die Geschichte um eine traumatisierte Frau, um die sich gleich zwei Psychologen redegewandt bemühen, inszeniert der Autor als raffiniertes Rededuell, kundig und so detailreich, dass der Rezensent in Heidenreich den großen Strukturalisten wiedererkennt. Ärgerlich erscheint Metz allerdings die Darstellung der Frauen im Buch. Während die Männer mit allerhand Versatzstücken aus der Hochkultur gezeichnet werden, bleiben die Frauen fantasielos und stereotyp, meint der Rezensent. Das fällt ihm aber auch nur auf, gerade weil Heidenreich ein so sorgsamer Erzähler ist, erklärt Metz, der den Roman im übrigen mit großer Lust gelesen hat.
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