Johann Ferdinand Unschlecht, "stieläugig und kleinköpfig, großohrig und fischmaulig, haarsträhnig und nicht sehr schlau", erbt ein Vermögen samt Insel im See. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Rapperswiler Herrschaften: Der bauernschlaue Stadtpfarrer Ochs, der Fischerfreund Pankraz Buchser oder sein einstiger Vormund Xaver Rickenmann versuchen, den beschränkten Neureichen um hübsche Summen zu erleichtern. So wird der gutmütige Tölpel zum Durchlauferhitzer für zahllose kuriose Geschichten und Begebenheiten. Er entzieht sich durch Flucht ins Ausland, um als Maximilian Guttmann schließlich gescheit zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2003
Dieses Romandebüt aus dem Jahr 1970, das nun in einer Neuauflage vorliegt, fällt für Anton Thuswaldner aus dem Rahmen einer Zeit, in der Literatur vor allem politisch zu sein hatte. Dieses Buch, das in der Tradition der Schelmenromane seinen Protagonisten Unschlecht von einem Abenteuer ins nächste schwadronieren lässt, gehört für den Rezensenten in den Bereich der "gehobenen Unterhaltung". Der Autor ziehe dabei "alle Register" und biete ständig neue Effekte, um den Leser in seinen Bann zu ziehen, so Thuswaldner, der Erzählökonomie jedenfalls nicht zu den schriftstellerischen Grundeigenschaften Späths zählt. Allerdings ist die Gesellschaftskritik, die der Roman entfaltet, für den Geschmack des Rezensenten ziemlich "bieder", weil sie immer nur "Allerweltsgestalten" trifft, wie den raffgierigen Pfarrer oder die liebeshungrige Frau. Doch trotz allen sprachlichen Aufwandes gelingt es Späth nach Ansicht des Rezensenten nicht, aus seinen "Pappkameraden" richtige Menschen zu machen und so sieht er den Autor "scheitern", wenn auch durchaus "ehrenwert", wie er betont. Zumindest, so Thuswaldner abschließend, merkt man beim Lesen, dass der Autor sich beim Schreiben amüsiert hat.
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